Louis Marvick - Choral für Stimmen aus Stein und Asche (Contemporary Weird, Band 4)
Die Innenillustration im Buch zeigt eine Szene im Finale der Geschichte:
Pirna ist ein geschichtsträchtiger Ort und Basis für die vorliegende Geschichte ist die Geschichte der Stadt im Rahme der Aktion T4.
Musiker aus aller Welt treffen sich in Pirna, es sind insgesamt vierzig auserwählte Künstler und deren besten vier sollen ein finales Konzert geben. Allen aber ist vorgesehen, zusammen mit Behinderten und Zurückgebliebenen einen Chor zu üben. Es gibt also das Nebeneinander von übergroßem Talent sowie von Beschränkung.
Der Direktor selbst plant eine Aufführung, in denen diese beiden Gegensätze vereint werden und der Weg von der Sühne zur Erlösung zu finden.
Der stellenweise fast lyrische Text taucht sehr dezidiert in die Details der Musik, den Fähigkeiten, aber auch den Erwartungen der Musiker ein. Das alles findet sich nach all den Proben in einem finalen Auftritt wieder, der natürlich anders als erwartet ist.
Eine Geschichte, die trotz ihres begrenzten Umfang sehr viel Tiefe und Atmosphäre hat und sich diversen Fragen des Lebens und der Gesellschaft stellt, und das auf eine sehr defensive und gelungene Art und Weise.
Ein sehr lesenswertes Buch, abgerundet mit einem Interview mit dem Autor sowie ein detaillierter Essay von Übersetzer Martin Ruf, der sich mit dem Wirken von Musik und Phantastik in deren Verbindung auseinandersetzt.
Choral für Stimmen aus Stein und Asche ist eine wirklich bemerkenswerte Novelle und ein eindrückliches Zeugnis hervorragender unheimlicher Literatur abseits plakativer Moral.




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