Dienstag, 9. Juli 2019

Basement Tales Vol.4

Der vierte Band der edlen Heftreihe Basement Tale ist erschienen. Die Rezension zu den ersten drei Bänden findet sich auf dem Fantasyguide (bzw. hier).
Sechs Geschichten präsentiert uns die Ausgabe der Schwarze Hai. Mit Carsten Steenbergen, Nic Parker, Christian Endres, Axel Hildebrand, David Gray und Isa Theobald sind diesmal vier Autoren und zwei Autorinnen vertreten.

Ein Floss weiter von Carten Steenbergen ist ein durchschnittlicher Auftakt. Eine Dystopie, in der es darum geht, notwendige Medikamente für das neugeborene Kind zu verdienen in dem man um sein Leben kämpft. Das ist ein altbekannter Topoi und der Autor schreibt das durchaus spannend und gekonnt, aber leider auch ohne dem Thema neue Impulse zu geben, da hilft auch die kleine Wende am Schluss nicht.



Wir alle müssen verstummen von Christian Endres ist da schon interessanter.  Aus zwei Sichtweisen wird die Geschichte von vergangenen Ruhm und Wahnsinn erzählt. Sehr unterhaltsam, allerdings bleibt die Geschichte nicht sonderlich im Gedächtnis haften.

Nik Parker hat schon einen Horrorroman veröffentlicht, allerdings auf englisch. Ihre Geschichte Schwarz über ein Bild aus dem Nachlass eines reichen Mannes fängt sehr stimmungsvoll an, transformiert allerdings zu einer typischen Monstergeschichte, die zu allem Überfluss noch von einer Liebesgeschichte flankiert wird. Schreiben kann Nick Parker, es liest sich spannend und man will einen ganzen Roman goutieren. Aber thematisch blieb Schwarz doch eher konventionell, die Story wird aber gerade aus diesem Grund viele Liebhaber haben. 

Da ist die Titelgeschichte Der schwarze Hai von Axel Hildebrand schon ein ganz anderes Kaliber und der Höhepunkt der Ausgabe. Sie handelt vom inneren Wahnsinn, der Sehnsucht nach dem Schluss machen und der Chance auf einen lebenswerten Neubeginn, den die inneren Dämonen aber kontra karieren. Das ganze wird, obwohl intensiv, sehr locker flockig erzählt. Sehr schön.

In Checkpoint Dellengarten von Isa Theobald sind mal wieder die Monster unterwegs. In Saarbrücken bleibt die Bevölkerung im Unklaren und unsere zwei Tapferen versuchen herauszubekommen, was passiert ist und natürlich endet es böse. 

Zum Schluss bietet David Gray mit Die bleichen Blumen des Bösen eine vordergründig konventionelle Geschichte über eine Diktatur und eines ihrer eher zwiespältigen Werkzeuge, zeigt dann aber die Wirkung unvorhergesehener Ereignisse und bietet damit am Ende nochmal eine herausragende Geschichte in dieser Ausgabe. Sehr lesenswert, wenn der Leser auch recht lange auf die Folter gespannt wird.


Wie immer bietet Basement Tales spannende und anregende Unterhaltung. Nicht alle Geschichten überzeugen und manches mal würde man den AutorInnen mehr Mut wünschen, den Weg abseits platt getretener Pfade zu beschreiten. Aber allein die zwei besten Geschichten des Bandes lohnen einen Kauf nicht nur dieser Ausgabe. Interessenten sollten sich übrigens sputen, Basement Tales Vol.1 ist mittlerweile vergriffen.

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