Philip K. Dick - Und die Erde steht still
1957 erschien Eye in the Sky von Philip K. Dick. Die deutsche Übersetzung Und die Erde steht still erschien 1971:
Ein Nachdruck erschien in Die Welten des Philip K. Dick:
Der Roman spielt gedanklich in der McCarthy Ära. Dort waren Kommunisten die Todfeinde und jeder, der nur einen linken Anstrich hatte, wurde abgestraft. So verliert der Forscher Hamilton seinen Job, weil seine Frau Marsha, eine intelligente junge Frau, sich vielseitig informiert, auf Veranstaltungen war, die einen kommunistischen Anstrich hatten und sogar eine entsprechende Zeitung, neben anderen, abonniert hatte.
Am Tage seiner Entlassung besuchen sie das Bevatron, wo ein neuartiger Protonenstrahldeflektor eingeweiht wird. Es kommt zu einem Unfall, der sechs Billionen Volt starke Strahl erfasst eine Gruppe Personen, die das überleben, am Ende in einer fremdartigen Welt aufwachen. Es ist die Welt einer der 8 Personen, und es sind weitere vier bis fünf Welten, die die Gruppe über sich ergehen lassen muss. Es sind die ganz persönlichen Welten der einzelnen Personen, ihre inneren Welten mit all ihren Dämonen, Überzeugungen und Ängsten. In den jeweiligen Welten sind die anderen Personen völlig ausgeliefert und der Autor zeigt ein beängstigendes Bild. Persönlichkeiten, die bigott sind, von Ängsten beherrscht, niederträchtig sind oder sich die Welt nach ihren eigenen Vorstellungen erschaffen. Welten in der es kein Laster, kein Sex gibt, auch alles andere eliminiert wird, was die Erschafferin der Welt stört.
Ein gottesfürchtiger Alter, der die Welt um eine Gott erschafft, der er selbst ist. Eine fanatische Hausfrau, die alles, was sie stört, aus der Welt schafft (erinnert mich an die heutige Zeit), eine Paranoikerin, deren Ängste eine Welt bilden und ein Kommunistenjäger, der selbst einer ist.
Eine schöne Gesellschaftsstudie, erschreckend, dass manches wieder aktuell ist. Ob die Gruppe am Ende zurück in der Wirklichkeit ist oder in einer neuen Welt, das bleibt, wie man es von PKD kennt, offen.



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