Issac Asimov´s Science Fiction Magazin 23 (Heyne)
Issac Asimov´s Science Fiction Magazin aus dem Oktober 1983 erschien 1984 auf deutsch als Band 23:
- 7 • Tiger • short story by Tanith Lee (trans. of Bright Burning Tiger)
- 31 • Nicht im Auge schaut man des Herzens Glanz • novelette by John Kessel (trans. of Hearts Do Not in Eyes Shine 1983)
- 58 • Gedankenspieler • [Deadpan Allie] • short story by Pat Cadigan (trans. of Nearly Departed 1983)
- 79 • Der Feind in mir • novella by Greg Bear (trans. of Hardfought 1983)
- 168 • Hoffnung • short story by [as by Karl-Heinz Priess]
- 191 • Liebe Leser (Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 23. Folge) • [Results of shortfiction voting for IASFM (German)] • essay by Friedel Wahren
- 192 • Das Urteil des Lesers (Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 24. Folge) • essay by uncredited
Tiger erschien 1985 als Flammentiger und hatte ich schon gelesen. Sehr lesenswert.
Nicht im Auge schaut man des Herzens Glanz ist von John Kessel, von dem ich meines Wissens noch nichts gelesen habe. John Kessel (geboren 1950) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor, bekannt für Romane wie The Moon and the Other (2017) und Pride and Prometheus (2018). Er gewann zahlreiche Preise, darunter den Nebula und Shirley Jackson Award. Kessel ist zudem Professor für Literatur und Kreatives Schreiben.
Die Geschichte erschien zehnmal, neben der deutschen gibt es eine ungarische Übersetzung.
Die Prämisse der Geschichte ist einfach. Connie und Harry stehen vor der Scheidung und versuchen ein letztes Mal zu retten, was vielleicht nicht zu retten ist. Harry log oft und betrog sie, verspricht ihr aber, ab sofort immer die Wahrheit zu sagen. Connie akzeptiert das. Sie unterziehen sich einer Gedächtnisbereinigung und beide verlieben sich neu. Aber die Gründe ihrer Scheidungsabsicht kehren zurück.
Die Geschichte lässt vieles offen. Lügt Harry immer noch oder ist es Connies Misstrauen, die dem Glück im Weg steht? Am Ende ist es egal und man muss eine Entscheidung treffen, wenn nicht einmal die Gedächtnisbereinigung das grundsätzliche Problem löst. Connie nimmt alle Kraft zusammen und schließt das Fenster.
Eine interessante Geschichte.
Gedankenspieler gehört zur Deadpan Allie Serie. Der Roman Bewusstseinspiele ist sehr beeindruckend und unbedingt lesenswert. Nearly Departed erschien wohl neunmal, neben der deutschen Übersetzung gibt es eine von 1993 ins Serbische.
Kitta Wren wollte ein Post Mortem. Sie war eine Dichterin und durchgehend verrückt (5 Sterne- Verrückte mit Psychotenlizenz). Poker-Allie, die das eigentlich nicht will, soll sich in die Tote einklinken, bevor die Polizei eine Untersuchung macht und das Gehirn unwiderruflich zerstört, denn es ist nicht klar, wie sie genau starb. Kitta ist früh genug gefunden wurden, eine Stunde nach ihrem Ableben, und bevor die Neuronen ihre Signalfähigkeit verlieren, soll Poker-Allie ihre letzten Dichtungen hervorkramen, denn Post Mortem Kunst ist hoch im Kurs und Kitta hat vor ihrem Tod verfügt, dass der Post Mortem durchgeführt werden soll. Poker-Allie dringt also in die Tote, aber was da lauert, ist so grausam, dass sie, als sie sich wieder ausklinken kann, alle Lebenserhaltungssysteme von Kitta abschaltet und diese unwiderruflich verfällt.
Cyberpunk in Reinkultur. Es geht um Geschäft, aber auch um Menschlichkeit und darum, dass auch in einer aufgeklärten Welt das Grauen lauert. Eine sehr gruselige Cyberpunk Story, die einfach nur beeindruckt.
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Weitere Geschichten aus der Deadpan Allie Serie: The Pathosfinder (1981, Variation on a Man (1984), Dirty Work (1989 gibt es nur auf Englisch, Lunatic Bridge (1987) ist ein Auszug aus Bewusstseinspiele. Schade, aber vielleicht schau ich mir die englischen Versionen mal an.
Der Feind in mir gewann 1983 den Nebula Award als Beste Novelle. Eine Geschichte über zwei völlig unterschiedliche Rassen, hier die Menschen, dort eine alte Rasse, die Ammoniak atmet. Die beiden sind im Krieg, worum es genau in der Geschichte geht, die abwechselnd aus diversen Sichten geschrieben ist, ist mir unklar geblieben.
Hoffnung von
Karl-Heinz Prieß ist eine Pointenstory, deren Pointe die Zeitdilatation ist. Das ist dem Leser schon früh klar, somit funktioniert die schön geschriebene Geschichte leider nicht.


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