Montag, 18. April 2016

Uwe Hermann - Das Amt für versäumte Ausgaben


Uwe Hermann
- Das Amt für versäumte Ausgaben und weitere Kurzgeschichten
Titelillustration von Ernst Wurdack
Taschenbuch, 242 Seiten, 9,99 EUR (auch als E-Book erhältlich)
Uwe Hermann ist ein deutscher Phantastik Autor, dessen Geschichte sehr skurril und mit trockenem Humor gesegnet ist. Die vorliegende Sammlung ist die vierte ihrer Art und macht unbedingt Lust nach mehr.
Geboten werden Phantastik Geschichten mit Schwerpunkt SF, die bis auf eine Ausnahme humorvoll bis satirisch daher kommen und vielfach hämische Seitenhiebe auf die heutige Gesellschaft bereithalten.
Bis auf drei Stories handelt es sich um Originalausgaben




Das Gasthaus am Ende der Dimensionen ist eine erfrischend Geschichte über Zeitreisen, aber nicht solche wie man kennt, da sie in ein SF Sujet verpackt sind, sondern dies ist eine humorvolle Fantasygeschichte mit einem Meister, seinem Diener und vielen Verwicklungen, die niemals Langeweile aufkommen lassen, aber natürlich hat man immer mal wieder Zeit, sich kräftig auf die Schenkel zu klopfen. Fast will man Weinen, das die Geschichte zu Ende ist. Das war ein sehr gelungener Auftakt der an einen Piers Anthony in seinen besten Zeiten erinnert.

Abgehoben fand ich eine Tick zu ausgewalzt, aber die Geschichte war so richtig schön absurd, das gefiel mir sehr. Erst werden die Ufologen und Verschwörungstheoretiker lächerlich gemacht, um dann die Wendung am Ende, ihre Kritiker den Spiegel hervorzuhalten. Das war wirklich herrlich und mehr mag hier nicht verraten werden.

Der heilige Wasserabsperrhahn handelt von einem extraterrestrischen Zirkus, den Wirren der Religionen und der bitteren Erkenntnis, dass es am Ende doch immer um das liebe Geld geht. Doch ob der Held der Geschichte am Ende glücklich ist, scheint doch eher fragwürdig. Die Geschichte wurde für den DSFP 2016 nominiert

Mit dem Humor ist das ja so eine Sache. Uwe Hermann hat einen sehr trockenen Humor, doch in Der Valentino-Exploit ist eher das grobschlächtige Gemüt gefordert und ich muss sagen, so begeistert mich die ersten drei Geschichten haben, so wenig erheiternd fand ich die Cyberanimals Geschichte, die ich wirklich flach fand.
Es handelt sich dabei um eine Koproduktion mit Uwe Post. Die Geschichte wurde damals für den KLP 2011 nominiert und mir erschließt sich nicht warum. Original erschienen in EMOTIO, 07/11.

Die Totschläger ist eine bissige Satire, die hat mir außerordentlich gut gefallen. Sie fängt harmlos an, schildert eine Rentnerin bei ihrem Alltagsgeschäft, doch was sehr schön eingeleitet in dem doch harmlosen Tonfall ist, schlägt dann in der Wende umso härter zu. Wunderbare Satire!

Wir nehmen euch mit!
,  erschienen in GOLEM 100, 03/15, ist eine Körpertransfergeschichte, die insgesamt ein wenig fad daher kommt.

Die Hölle liegt gleich nebenan ist aus meiner Sicht ein weiterer Highlight der Sammlung. Es reiht sich eine Absurdität an der anderen, wie immer eingepackt in den unverkennbaren trockenen Humor, das war wirklich Klasse und auch das Ende wusste zu begeistern und es gibt reichlich Seitenhiebe an Film, Funk und Fernsehen wie man es so schön sagt.
Worum es geht? Der Präsident der Vereinigten Staaten hat den Abschusscode für die Atomwaffen geändert. Niemand kennt den neuen. Und den Präsident kann man nicht fragen, da er beim Liebesspiel mit der Putzfrau einen Herzinfarkt erlitten hat. Nach sorgfältigem Abwägen bleibt nur ein Ausweg: Es wird eine Spezialeinheit in den Himmel geschickt, aber wie der Titel verrät, liegt die Hölle gleich nebenan.

Mensch².
Erstmals erschienen in Exodus Magazin Nr. 32, 03/15 und handelt davon, wenn man sich optimiert und Organe ersetzen lässt. Vielleicht passiert das dann irgendwann nicht ganz freiwillig und hätte man dann überhaupt noch die Kontrolle über den eigenen Körper?
Das Amt für versäumte Ausgaben. Ja, der Amtsschimmel ist selbst allgegenwärtig wenn es um das Funktionieren des Universums geht. Das ist zu Schreien und hat mir außerordentlich gefallen, wenn es auch hier und da nicht so flott zu lesen ist wie die anderen Geschichten, dafür ist der trockene Humor doch umso tiefgründiger.

Versuchsreihe 13 – Die Infektion.
Kein Humor, sondern ein spannender SF Krimi, die Idee finde ich großartig, die Umsetzung eigentlich auch, wenn mir die Ermittlungsmethoden doch insgesamt ein wenig fragwürdig waren, aber letztendlich war es so am spannendsten und anders ist es bei einem Fernsehkrimi auch nicht. Sehr schön und wurde für den KLP 2016 nominiert

Die Arbeitsplatz-Lotterie, Der Liebhaber-Automat und Der Gesundheitswächter heißen die ersten drei Sammlungen von Uwe Hermann, die ich mir beizeiten zu Gemüte führen muss. Die eine oder andere Geschichte daraus kenne ich schon, aber das macht nichts.
Das Amt für versäumte Angelegenheiten ist so herrlich absurd, so schräg und macht keinen Halt vor irgendwelchen Genregrenzen. Eine Geschichte ist mir missfallen, die anderen haben mir dafür umso besser gemundet, wobei natürlich nicht jede Geschichte gleich gut gefällt. Generell haben mir die Erstveröffentlichungen besser gefallen als die drei Nachdrucke.

Klarer Fall: Wer es lustig mag und schräge Ideen liebt, der kommt an Uwe Hermann nicht vorbei. Unbedingt reinlesen! Ich war hellauf begeistert.






Flaute

Vor zwei Wochen schrieb ich 34 Punkte. Dabei ist es geblieben. Vorne drückt der Schuh und so verlor man gegen Dortmund 3:0. Eigentlich war es ja klar das man verliert. Der BVB ist ein anderes Kaliber wie der HSV.
Wenn man mit Ilicevic (zum Teil) und Schipplock aber zwei Stürmer hat, bei denen man nicht damit rechnet, dass die nochmal ein Tor schießen, dann wird es nochmal eng im Abstiegskampf.
Das Relegations-Triple droht!
Noch vier Spiele und am Freitag kommt Werder Bremen ins Volkspark Stadion. Die haben gerade die Wolfsburger geschlagen und den selbsternannten Bayern Jäger in die Bedeutungslosigkeit verbannt.
Der HSV hat das Hinspiel gegen Bremen 3:1 gewonnen, das ist im Moment der einzig positive Aspekt der einfällt.
Damals trafen Ilicevic, Gregoritsch und Müller. Während Müller schon 8mal getroffen hat die Saison, kommt Ilicevic auf 4 und Gregoritsch auf 3.
Und wann hat Gregoritsch das letzte Mal getroffen?
Genau, gegen Bremen.
Also Michi, wie er in Spielerkreisen genannt wird, mach es wieder und schieß den HSV zum Klassenerhalt!

Samstag, 16. April 2016

Luther´s Grusel Magazin


Der Wolfgang Luther Verlag, später Erber Verlag, brachte diverse Taschenbuchreihen raus sowie u.a. die Heftromanreihen Dr. Morton und der Lord.

Eine Übersicht der Luther Taschenbuchreihen findet sich z.B. auf dem Zauberspiegel.

Empfehlen kann ich z.B. Horror Expert Taschenbuch 1: Jack the Ripper - Robert Bloch (u.a.)
Gegenstand dieses Blogeintrags ist aber hauptsächlich das
Luther Grusel Magazin (1972-1976)

Die Links führen zu Christian Prees SF Seite, welche die enthaltenen Geschichten auflistet.
Bei den Bänden handelt es sich um Taschenbücher, die Kurzgeschichten, Comics und Illustrationen enthielten. Laut Zauberspiegel handelt es sich bei Daniel Monroe um Ronald M. Hahn.
Die Autorenangabe verwirrt. Es handelt sich weder um Romane noch Storysammlungen eines Autors, sondern es wurde nur jeweils stellvertretend ein Autor auf dem Titelbild genannt. Als Herausgeber gibt Christian Pree Sten Acer (1-4) und Werner Star (5-18) an.

Ausgaben mit Algernon Blackwood:

01 Das rote Zimmer - Edogawa Rampo
    Der Mann, der Milligan war (1972) (D)
    The man who was Milligan (1924) (E)

auch erschienen in
Der Tanz in den Tod (C), Suhrkamp Phantast. Bibliothek, 2792 sowie 848


 03 Nichts für Kitzlige - Robert Edmond Alter
Generalprobe (1972) (D)
    Accessory before the fact (1914) (E)

auch erschienen in als Verfrühtes Ereignis
Der Tanz in den Tod (C), Suhrkamp Phantast. Bibliothek, 2792 sowie 848

04 Schrecken in der Nacht - Robert Bloch
Aufgeschoben (1972) (D)
    The deferred appointment (1914) (E)

auch erschienen in als  Besuch nach Ladenschluß
Die gefiederte Seele (C)
    Suhrkamp Phantast. Bibliothek, 1620

10 Nasturtia - Colonel S. P. Meek
  Gefangene des Moors (1973) (D)
    The trod (1946) (E)

11 Horror in Dunwich - H. P. Lovecraft
  Die Schneehexe (1973) (D)
    The glamour of the snow (1912) (E)

auch erschienen in
M.L. Carter (Hrsg.) -  Horror-Love, Heyne Allgemeine Reihe, 5038
Manfred Kluge (Hrsg.) - 15 Spuk-Stories, Heyne Anthologie, 58
Der Griff aus dem Dunkel (C), Suhrkamp Phantast. Bibliothek, 518

13 Das unheimliche Haus - Algernon Blackwood
  Das unheimliche Haus (1974) (D)
    The decoy (1921) (E)

14 Der Fluch der Zwillinge - Algernon Blackwood
 Der Fluch der Zwillinge (1974) (D)
    Terror of the twins (1910) (E)

erneut erschienen in Frank Festa (Hrsg.) - Die graue Madonna , Festa Horror, 1521

Donnerstag, 14. April 2016

Die Raute

...ist das Vereinswappen des HSV und hat wie ich finde einen hohen Erkennungswert. Die Daily Mail kürt es zu den 10 hässlichsten Vereinswappen.
Nun, den Engländern sagt man ja keinen guten Geschmack nach. Scheinbar gilt das nicht nur für das Essen.
Die HSV Raute ist gerade in ihrer Einmaligkeit und dadurch, dass man sie ohne Schriftzug blind erkennt, eines der herausragendsten Vereinswappen der Welt.

Dienstag, 12. April 2016

Zwielicht im Interview

Ich wurde interviewt zum Thema Zwielicht. Die Antworten findet ihr auf dem Phantastikon.

Achim Hildebrand ist schuld …

Sagt zumindest Thomas Sebesta und widmet sich dem spärlichen Umfang sekundärliterarischer Werke zu Algernon Blackwood.

Adler ist die Nummer 1

Zumindest in der Kickerrangliste. Mit einem Notenschnitt von 2,59. Insgesamt hat der HSV den drittletzten Platz inne mit einem Schnitt von 3,81. Ohne Adler wäre das wohl zappeduster.


Die Rangliste ist aber auch so sehr interessant. 8 Torhüter, ein Innenverteidiger und Außenverteidiger fehlen komplett.

Der Nebel hat sich gelichtet.


Im Februar kam die Anthologie Nebelmelodie heraus. Ein Buch, mit Geschichten die sich ihre Inspiration aus dem Künstler PelleK generierten.
Zu einer Teilnahme kam ich durch den Kontakt mit Marianne Labisch, die ich hier interviewt hatte anläßlich ihrer Nominierung zum DSFP. Der Kontakt zur Herausgeberin Tedine Sanss war dabei recht knapp bemessen und meist sprach ich mit Marianne, die hier und da erwähnte, dass die Herausgeberin im Krankenhaus weilte, aber auf Nachfrage nicht mehr verriet.
Weniger später führte ich mit dem Team der Nebelmelodie ein Interview, und auch da dauerte es ein wenig, bis die Antworten kamen.
Dann kam die traurige und für mich auch überraschende Nachricht, dass Tedine Sanss alias Susanne Haberland verstorben ist.
Marianne Labisch und Michael Haitel haben es dann schön in ihrem Nachruf zusammengefasst:

Möge der Nebel sich lichten und sich dir eine wundervolle Welt auf der anderen Seite ausbreiten.

Montag, 11. April 2016

Lesung aus Endstation


Sascha Dinse , der Link hinter dem Namen führt zu einem Interview das ich mit ihm geführt habe, war in Zwielicht 5 mit seiner Geschichte 23b vertreten, die auf der Nominierungsliste des Vincent Preis 2014 landete und den Platz 6 von 519 errang.
In Zwielicht 8 erscheint der nächste Higlight aus seiner Feder. Endstation ist sehr verstörend und wird die Leserschaft mit Sicherheit spalten. Erste Rückmeldungen waren allerdings euphorisch. Ob die Geschichte für den Vincent Preis 2016 nominiert wird, wissen wir erst knapp einem Jahr. Wer sich aber selbst ein Bild machen möchte und wenn es am 5.5 nach Berlin verschlägt, sollte einfach mal der 12 Grad Aetherloge einen Besuch abstatten.


Hier der Ankündigunstext zur Lesung von Sascha Dinse:


Lesung in der "12 Grad Aetherloge" am 5.5.2016 in Berlin
»Ich bin übrigens Zoe«, sagt sie leise.
Ich bin nicht sicher, ob ich ihr meinen Namen sagen möchte. »Das ist griechisch, richtig?«, entgegne ich stattdessen.
Sie nickt und lächelt breit. »Ja, es bedeutet Leben.«

Am 05.05.2016 lese ich aus meiner Horror-Kurzgeschichte "Endstation", die parallel dazu in der aktuellen Ausgabe des Zwielicht-Horrormagazins erscheint. Wie schon öfter freundlich aufgenommen von der 12 Grad Aetherloge und verköstigt mit dem besten Met der Stadt, mit Liebe hergestellt von Apiarium - Honig und mehr, freue ich mich, meine Hörer*innen auf eine skurrile, gruselige und ganz sicher intensive Reise mitzunehmen.
Wir fahren bis zur Endstation. Aussteigen auf eigene Gefahr!

Gard Spirlin - Dann singe ich ein Lied für dich (Zwielicht 13)

Gard Spirlin   hat mit Dann singe ich ein Lied für dich aus Zwielicht 13 den Vincent Preis 2019 als Beste Kurzgeschichte gewonnen. Hier d...