Alastair Reynolds - Das Schiff der flüsternden Schatten
Verlagsangabe:
Die Vergangenheit. Eine kleine Gruppe wagemutiger Forscher bricht an Bord des Segelschiffes »Demeter« in den Norden auf. Sie wollen ein rätselhaftes Artefakt untersuchen, das in Nordnorwegen im Eis schlummert. Doch als die Crew, begleitet vom Schiffsarzt Doktor Silas Coade, ihre Untersuchungen beginnt, geschieht eine Katastrophe, so gewaltig, dass ihre Auswirkungen noch in der fernen Zukunft spürbar sein werden ...
Alastair Reynolds ist berühmt für seine farbenfrohen Science-Fiction Abenteuer wie Auora aus dem Revelations-Space-Zyklus. Im vorliegenden Roman "Das Schiff der flüsternden Schatten" geht es aber um eine Expedition mit einem Segelschiff Ende des 19. Jahrhunderts. Der Arzt Silas Coade, der Ich-Erzähler, ist Teil der Schiffsbesatzung, die im Norden Norwegens auf der Suche nach einer Fissur ist, hinter der sich ein geheimnisvolles Bauwerk befinden soll. Doch was wie eine typische Abenteuergeschichte beginnt, zeigt schnell seltsame Vorkommnisse. Coade schreibt ein Buch und der verletzte Coronel Ramos, schwer verletzt, plaudert den Titel auf Spanisch, obwohl er diesen gar nicht kennen kann. Aber das ist nicht das einzige Seltsame, was passiert.
Im Mittelpunkt steht ein Wrack, die Europa. Menschen, die sterben und wenig später wieder leben. Expeditionen, die erst in Norwegen stattfinden, dann in Patagonien. Die Geschichte ist wie eine Zwiebel und es ergeben sich als Schichten immer andere Welten, die jeweils in der Zeit vorrücken. Starten wir im 19. Jahrhundert, landen wir später in der Zukunft.
Der Roman hat Anleihen bei Schauerromanen, Abenteuergeschichten und der Science-Fiction, zur letzten gehört er natürlich. Es geht um Raumfahrt, um Künstliche Intelligenz und Wahrnehmung in all ihrer Form.
Leider ist das ganze wenig spannend aufgebaut und wiederholt sich permanent mit erkennbaren Abweichungen. Das liest sich für mich ermüdend und je näher das Finale rückte, desto weniger interessierte mich der Ausgang. Der Autor schreibt stellenweise sehr poetisch und packt einen da, aber selbst ein für seine Verhältnisse kurzer Roman zieht sich doch sehr.
Am Ende war es eine Qual für mich, auch wenn es zum Finale hin einerseits etwas spannender wurde, andererseits auch interessante Aspekte wie Triage behandelt wurden.
Ich kann mir aber vorstellen, anderen wird der Roman gut gefallen.

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