Freitag, 24. November 2017

Dem Volk aufs Maul geschaut!

Schon vor mehreren Jahren behandelte ich den Wandel der Phantastischen Literatur in einer Kolumne.
Nun, seitdem ich viel Wasser den Rhein heruntergeflossen, aber geändert hat sich an sich nichts und doch eine ganze Menge. Ein Widerspruch an sich, den ich aber in der Folge aufklären werde.

Liebesschmonzetten im phantastischen Gewand gibt es immer noch. Die Frequenz heißt die Erstkontaktgeschichte, die zwar spannend und interessant anfängt, aber mit fortlaufender Dauer zu einer Alien Shade Of Grey mutiert, ein softpornografischer Frauenroman über Träume, wie man sich dem männlichen Alien unterwirft.

Donnerstag, 23. November 2017

Der Leser jagt die Beute!

Jedes Jahr kommen ja unzählige Bücher auf den Markt. Wie man im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels nachlesen kann, sind 2016 84.486 Bücher auf den Markt gekommen (1951 waren es noch 14.094). Das sagt nichts über die Auflage der einzelnen Bücher aus, aber es zeigt, die Vielfalt wird bunter und bunter.
Oft ist es so, dass die Bücher, sie dann erschienen sind, wie Blei in den Regalen der Verlage und Buchhändler liegen. Sie zusammen mit dem Autor weinen die Leserwelt an, aber ihr Klagen verhallt ungehört. Wenn es dem Verlag dann zu bunt ist, nimmt er das Buch aus dem Programm. Später hat auch der Buchhändler nur noch eine leere Position in seiner Bilanz und das Buch scheint vergessen.
Vergessen?
Mitnichten.
Es gibt sie, die spät begehrten. Raritäten sind sie, die einst als Ladenhüter verendeten. Niemand weiß wie es dazu kommen konnte, aber kaum ist das Buch vom Tisch, ist es heiß begehrt und es wird zum heiß begehrten Liebhaberobjekt.
So war es einer der Bücher von Richard Morgan, das zur Blauen Mauritius der Science Fiction Taschenbücher mutierte. Seine Reihe um Takeshi Kovacs war erfolgreich, auch in Deutschland, doch im Gegensatz zu den Jahrzehnten früher waren die Bücher nicht massenhaft und jahrelang verfügbar und so ergab es sich, dass dieser Roman kaum auffindbar war und Sammler tief in die Tasche greifen mussten.
Natürlich gibt es auch viele Bücher, gerade im Kleinverlagsbereich, die werden künstlich verknappt, in dem sie in 666, 299, 199 oder gar in 99 Auflage angeboten wurden und sich so einer Wertsteigerung frönten. Es geht auch anders. Gerade beim Festa Verlag, wo viele Raritäten (wenn man sie so nennen will) von findigen Händlern künstlich in die Höhe getrieben werden, erschienen mit Punktown und MonstroCity zwei Bücher, die eigentlich als erfolgreich galten und recht lange auf dem Markt waren. Laut dieser Quelle war zumindest MonstroCity mit 85,98 Euro ein Schnäppchen. Mal sehen wie sich der neue erschienene Dai-oo-ika entwickelt. Im Zweifel kaufen möchte ich zurufen.
Serien, das sind die Art von Romanen, da schnalzt jeder mit der Zunge, die gehen massenhaft über den Ladentisch. Handyman Jack (repairmanjack.com) aus der Feder von F. Paul Wilson erschien auch ursprünglich in ordentlicher Auflage bei Goldmann in den 80ern und 90ern. Todessumpf ist dabei die zwangsläufige Rarität und nicht mehr für einen vernünftigen Preis erhältlich, der Link ruft einen Preis von 64,64 € auf. Bei Festa erscheinen zwar einige Bände neu, aber Todessumpf gehört nicht dazu.


Auch Zwielicht II gibt es für einen heißen Preis. Aber nicht jeder hohe Preis ist gerechtfertigt und so bekommt man das Buch auch zu  vernünftigen Konditionen. Einfach mal reinschauen.
Man sieht, zwar heißt es eigentlich, in der Ruhe liegt die Kraft, aber die Beispiele zeigen stattdessen, Zeit ist Geld.
Wer also sein gedrucktes Buch liebt, sollte im Zweifel eher schneller zugreifen. Bevor das Buch entfleucht ist.

Ein  paar ältere Gedanken zum Thema Raritäten finden sich hier.


Mittwoch, 22. November 2017

Vorwärts in die Vergangenheit!

Eine Schwarze Ampel, man sieht, zu viele Farben verdecken sich gegenseitig und glitzert kein helles Licht am Horizont sondern droht kurzfristig die Dunkelheit.
La Konsenszia, in Wirklichkeit wohl eher La Dormilón, hat den Gegner diesmal nicht eingeschläfert, er erwachte am Ende kurz und floh vom Feld. La Konsenszia bleibt aber La Popular und so wird es am Ende immer bleiben wie es ist. Die Remanenz hat gesiegt.

Ihre Spalter, die Alte Naive, setzt auf Retro und will zurück ins Kaiserreich. Jetzt ist die Alte Naive, auch genannt die Blauen, wohl wegen ihres Hangs zum Adel, damit inline mit der aktuellen gesellschaftlichen Strömung. Zwar benutzen die Rückschauer moderne Begriffe wie Headset, 8-K oder streamen, schwelgen aber in Zeiten, als echte Männer und Frauen sich den Buckel noch auf deutschen Äckern krumm geschafft haben, während der schneidige Adel mit dem Fernglas die Ausbeutung beobachtete und sich der Muse des Fressens und Saufens hingab.
Auch das Zukunftsgenre Science Fiction wird von der Retrowelle, die nochneuerdeutsch auch Vintage genannt wird, in Geiselhaft genommen.

Bisher war Science-Fiction-Literatur so gar nicht mein Genre

...schreibt ein Leser auf Amazon. Aber gefallen hat ihm das Buch und er gab 5 Sterne für Das Alien tanzt Kasatschok.


Das hört man doch gerne!

Dienstag, 21. November 2017

Musik und Phantastik sind zwei Dinge

...so schrieb ich in einer älteren Kolumne für den Fantasyguide. Manches klang als hätte ich sie gestern geschrieben, bei manchem bin ich anderer Meinung. Wie seht ihr die aktuellen Zeiten?

Samstag, 18. November 2017

Künstlicher Gott

Oh Gott oh Gott könnte man zurufen, aber da hat scheinbar wirklich jemand eine Sekte ins Leben gerufen: K.I. als Gott

Ideen haben die Leute. Es soll ja Leute geben die Star Wars oder Schalke 04.als Religion eintragen.
 Warum aber naturwissenschaftlich orientierte Menschen jetzt auf dem Kirchentrip sind?
Hoffe, das sind die typischen kommerziellen Interessen und nicht wirkliche Überzeugungen.

Wie sang schon Nina Hagen: Gott ist tot!


Freitag, 17. November 2017

Iwoleit auf dem Fantasyguide

Er gehört zu den profundesten Kennern und Kritikern der deutschsprachigen Science-Fiction, ist ein vielprämierter Autor, Nova-Herausgeber und Amateur-Musiker. Er provoziert zu heftigen Reaktionen, spaltet Convention, Fandoms und bestimmt auch Universen. Zwölf Jahre lang ließen wir Michael K. Iwoleit in Ruhe …


So moderiert Ralf Steinberg das Interview an, das man auf dem Fantasyguide findet:
Im Gespräch mit Michael K. Iwoleit



In dem Gespräch findet sich manche bemerkenswerte Aussage.
Ralf fragt, wenn schon die SF Schaffenden keine SF lesen, wer ist denn die SF Szene und lohnt es sich denn dafür zu schreiben.

Dem Volk aufs Maul geschaut!

Schon vor mehreren Jahren behandelte ich den Wandel der Phantastischen Literatur in einer Kolumne . Nun, seitdem ich viel Wasser den Rhei...