Montag, 24. Juni 2019

Malte S. Sembten - Blind Date (1997) Leseprobe

Malte S. Sembten - Blind Date (1997)


„Gestatten: Sweet. Valeska Sweet, Sir.“
In den ersten Sekunden waren die Ohren von Krato Orville Wainewright taub für die Stimme der Sprecherin und ihre Worte. Er bestand nur noch aus Augen. Mit bebrillten Blicken verschlang er den Körper der Frau, die die berühmtesten Männer verführt hatte: Sokrates und Dschingis Khan, den heiligen Augustinus und Vlad Dracul, Rasputin und Freddie Mercury, Ruhollah Chomeini und Steve Jobs, Mark Zuckerberg und Romuald Thorne … um nur einige zu nennen. Wainewright ging nicht so weit, sie mit Blicken auszuziehen. Er hatte ein lebhaftes Vorstellungsvermögen und wollte keinen Herzanfall riskieren.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Das Buchjahr 1959

Die bisherigen Buchjahre bei DerErnstFall1967197719871997, 2007 und 2008
Wie man im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels nachlesen kann, sind 2008 12725 Erstauflagen erschienen sowie 3807 Neuauflagen. 

Hugo Award 1959
Roman: James Blish - Der Gewissensfall
Erzählung: Clifton D. Simak  - Der große Vorgarten
Kurzgeschichte: Robert Bloch - Der Zug zur Hölle

Zu Der Gewissensfall gab es einen Klassiker Lesezirkel im Scifinet.
Der Zug zur Hölle von Robert Bloch ist eine Geschichte der Unheimlichen Phantastik und ist sehr lesenswert. Erhältlich z.B. in Dolly Dolittle's Crime Club, Das Forschungsteam, Traumreich der Magie und Die besten SF Stories von Robert Bloch. Letzteres kann man mit gutem Gewissen empfehlen.

Eine Liste mit 1959 erschienen Leihbüchern findet sich hier.

Dienstag, 18. Juni 2019

Meine Geschichten

...findet man hier. Eine Übersicht meiner Werke ist hier verfügbar.
Auch auf ifsdb findet man mich, wenn auch nicht vollständig. Interessant ist auch die Seite von Christian Pree mit einer Auflistung von Kurzgeschichten, Herausgeberschaften, eigenen Büchern und Artikeln.
Als Empfehlung biete ich einfach mal Silbermond an, ein Band mit drei Geschichten, die in der gleichnamigen Stadt spielen. Mehr Info zu meinen Silbermond Geschichten findet ihr hier.

Uwe Hermann - Userland

„Userland – Berlin 2069“ von Uwe Hermann steht vor der Veröffentlichung. Der Roman erscheint nächsten Monat, das Hardcover und das Paperback sind beim Verlag sofort vorbestellbar. Im Buchhandel wird das Paperback noch diesen Monat vorbestellbar sein. Das eBook erscheint am 30. Juni und kann jetzt bereits bei Amazon vorbestellt werden.

Die Versuchsreihe 13 ist schon seit letztem Jahr verfügbar.


Neues von Fabylon

Beim Fabylon Verlag gibt es eine Reihe Neuerscheinungen. Tanya Carpenters Cats in High Heels kommt mit einem schrillen Cover daher.
Verlagsinfo:
Dass die Welt der Mode eine magische ist, war Leonie Fellon schon immer klar. Darum hat sie auch den Traum, Designerin zu werden. Doch als No-Name aus einem kleinen Kaff in Idaho mit wenig Geld und entsprechend schlichtem Outfit wird sie in der Mode-Metropole New York nicht ernst genommen. Erst das Interesse von Star-Designer Leonardo scheint sie ihrem Ziel näher zu bringen. Aber weit gefehlt. Er stiehlt ihre Entwürfe, um sie als seine eigenen zu verkaufen und verhöhnt Leonie auf der Präsentation, als sie versucht, ihn zur Rede zu stellen.
Leonardo ist unantastbar, denn er hat einen dämonischen Pakt geschlossen. Mit der Unterstützung finsterer Mächte plant er, das derzeitige Top-Modelabel Robertico auszustechen und seine eigene Marke in den Olymp der Modewelt emporzuheben. Dafür kommen ihm Leonies Modelle gerade recht.
Geknickt tritt sie den Rückzug an und überlegt, wieder nach Hause in ihren Job als Änderungsschneiderin zurückzukehren. Da läuft ihr der sprechende schwarze Kater Sage über den Weg.
Und damit beginnt das magische (Fashion-) Abenteuer …

Tobias Bachmanns Gynoid wird als Steampunk angekündigt.
Verlagsinfo:
Golem ist eine aufstrebende Mega-City in ferner Zukunft.
Beatrice und Patrick verlieren ihre Eltern durch ein Attentat und werden von einem besonderen Kindermädchen aufgezogen. Stella ist die Erste und Einzige ihrer Art, denn ihr Schöpfer konnte seine Vision einer gemeinsamen Zukunft von Mensch und Maschine nicht mehr verwirklichen.
Beatrice will das väterliche Werk fortsetzen. Sie macht sich damit viele Feinde – neben einem mächtigen Robot-Konzern auch ihren Bruder Patrick.
Aber wer ist diese geheimnisvolle Macht im Hintergrund, die alle gegeneinander ausspielt und eine ungeheuerliche Intrige spinnt?
Der erbitterte Kampf um die Zukunft Golems und seiner Bewohner entbrennt. Dabei ist die alles entscheidende Frage:
Wann wird eine Maschine zum Menschen?
Erscheinungsdatum ist der 19.7, das Buch kann  aber vorbestellt werden. Von dem Autor wird auch als Band 21 ein Gespenster-Krimi bei Bastei erscheinen wie man hier nachlesen kann.

Außerdem findet man Verlegerin Uschi Zietsch mit Das Reich Albanon (Fantasy) sowie J.J. Preyer mit dem Sherlock Holmes Roman Das Geheimnis der Mrs. Hudson




Der Glanz der Durtone (Leseprobe)

Michael Schmidt - Der Glanz der Durtone
Die Geldwechselstube bestand aus mehreren Räumen. Der größte maß vier Schritt lang und fünf Schritt breit und fungierte als Empfangs- und Arbeitsraum. Dort saß Balduin über seine Bücher gebeugt, als ein heruntergekommener Adyra den Raum betrat. Der übliche Flaum, der die Haut gewöhnlich bedeckte, war fast zu einem Federkleid mutiert. Ein deutliches Zeichen, dass der Adyra schon ein hohes Alter erreicht hatte. Seine Kleidung war schäbig und spiegelte den niedrigen Stand wieder, den das Vogelwesen verkörperte.
„Nun, was kann ich für Sie tun?“
Nicht schon wieder einer dieser Bittsteller, die nur Arbeit brachten ohne Aussicht auf einen Ertrag. Balduin blieb aber freundlich und zuvorkommend, schließlich hatte er einen Ruf zu verlieren, auch wenn es sich um einen abgerissen Adyra handelte.
„Herr Geldwechsler“, erklang eine hohe und schrille Stimme. „Ich habe ein paar Münzen, deren Wert ich gerne in Erfahrung bringen würde.“
Der Adyra neigte dabei leicht den Kopf. Baal hasste untertänige Gesten, zeigte seine Gefühle aber natürlich nicht.

Christian Weis - Camera obscura (Leseprobe)


Leseprobe aus Zwielicht 9



Christian Weis - Camera obscura


Ihre Augen weiteten sich, die Lippen bebten. Sie hob den Arm, legte die Faust ans Kinn. Sie wollte etwas sagen, wollte es hinausbrüllen, doch es blieb bei einem stummen Schrei. Mit der Wand im Rücken kroch sie auf der Matratze zur Seite, bis das Bettgitter aus Messing sie aufhielt. Sie öffnete die Faust, spreizte die Finger und streckte ihren Arm der schemenhaften Gestalt entgegen, die sich ihr näherte. Riesengroß schob sich der Schatten über das Bett, über ihre nackten Unterschenkel, über den Saum ihres Nachthemds, über ihren zitternden Leib, bis er ihr Gesicht mit Dunkelheit überzog. Sie presste die Knie gegeneinander und zog die Beine an den Körper.
Ihre Lider flackerten. Immer schneller hob und senkte sich ihr Brustkorb. Ein Krächzen entrang sich ihrer Kehle. Sie musste blinzeln und unterdrückte verkrampft den Hustenreiz, der immer schlimmer wurde.

Sonntag, 16. Juni 2019

GEGEN UNENDLICH 12

Michael J. Awe, Andreas Fieberg, Joachim Pack (Hrsg.)

GEGEN UNENDLICH 12

Phantastische Geschichten

AndroSF 73
p.machinery, Murnau, Februar 2018, 86 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 122 8 – EUR 8,90 (DE)

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Realismus ist etwas für Leute, die mit der Fantasie nicht klarkommen, heißt es. Alle anderen sind Grenzgänger, die sich auf fremde Welten einlassen. Zu ihnen gehören die Leser von GEGEN UNENDLICH, die hier erneut eine feine, abwechslungsreiche Zusammenstellung fantastischer Geschichten vorfinden. Mit dabei: der Veteran der deutschsprachigen Science-Fiction, Herbert W. Franke. Das Titelbild schuf Stefan Böttcher.

DIE STORYS
Hubert Katzmarz: »Baumschulung«
Silke Jahn-Awe: »Miss Louisa und Mister Kawombel«
Joachim Pack: »Generation virtuell«
Michael J. Awe: »Buster Keaton lächelt nicht«
Armin Möhle: »Ein perfekter Handel«
Uwe W. Appelbe: »Leute eurer Art«
Herbert W. Franke: »Ein Kyborg namens Joe«
Thomas Franke: »Zone und Null«

AUS DEM INHALT
Frischluftpartys der anderen Art auf einer Erde der Zukunft. / Housesitting, Babbelschnecken und Exoten. / Einswerden mit der digitalen Welt. / Leben nach dem Leben. / Kuhhandel mit Aliens. / Wenn Hybris das Grauen herausfordert. / Eine Kybernetik, die den Menschen von sich selbst befreit.

Sieben auf einen Streich: skurrile und bizarre Geschichten aus fantastischen Sphären.


Rezension:

Das Titelbild war für den KLP als Bestes Titelbild nominiert und erreichte den 6. Platz, genauso wie das Cover von GU 14 (Platz 9), beides aus der Feder von Stephan Böttcher. Das ist natürlich Geschmackssache, mir ist der Stil zu unübersichtlich, im Vergleich finde ich das Motiv von dieser Ausgabe aber interessanter.

Hubert Katzmarz: »Baumschulung«
Eine Geschichte über eine Feier, deren Pointe irgendwie so gar nicht richtig zum Rest passt. Also im Endeffekt schon, aber sie ist so überraschend, da fragt man sich was das soll. Wenn der Herr des Grünen Daumens so frustriert ist, fragt man sich natürlich schon, warum er überhaupt auf eine Party geht und einer Dame nachstellt. Nicht gerade die beste Geschichte des Autors, wenn auch die Aussage sehr aktuell ist.

Silke Jahn-Awe: »Miss Louisa und Mister Kawombel«
Nicht sonderlich prickelnd geschrieben, ansonsten eine sehr amüsante Geschichte, ein wunderschönes Stück positive SF. was will man mehr.

Joachim Pack: »Generation virtuell«
 Kritik an der jungen Generation mit dem Holzhammer überbracht, da rettet noch nicht mal der letzte Satz die Geschichte.

Michael J. Awe: »Buster Keaton lächelt nicht«
In der Geschichte über eine ungewollte Seelenwanderung geht es vor allem um philosophische Gedanken. Das hat Michael J. Awe sehr schön erzählt, gefällt mir ausgenommen gut, auch wenn mich das Ende nicht hundertprozentig überzeugt hat. Aber vielleicht haben sie ja viele Kionder gezeugt und waren dann eine glückliche Familie und das ist ja dann auch die Aussage. Es zählt nicht was man geleistet hat, sondern welche Spuren man bei anderen hinterlässt, so ist es zumindest meine Interpretation.

Armin Möhle: »Ein perfekter Handel«
Tja, die kurze und pointierte Geschichte über ein Kommunkationsproblem. Ganz nett und witzig, aber mehr halt auch nicht. Insgesamt fehlt es ein wenig an Substanz.

Uwe W. Appelbe: Leute eurer Art
Paar verfährt sich und baut einen Unfall und wird von einer fremden Macht "gerettet". Nette SF-Horrorgeschichte, aber ziemlich gewöhnlich und bleibt nicht sonderlich im Gedächtnis haften. 

Herbert W. Franke: »Ein Kyborg namens Joe«
Eine Geschichte über zwei Personen in einer Raumstation. Einer ist ein Mensch, der andere ein Kyborg. Während der eine sich menschlich und überlegen fühlt, ist es der andere, der ihm die Schwermut nimmt. Eine sehr romantische Geschichte die zeigt, es ist nicht immer alles so eingeteilt wie man denkt und oft kommt das Gefühl der Überlegenheit aus genau dem Gegenteil heraus. 

Thomas Franke: »Zone und Null«
Ein schwer zugängliches Stück in altmodisch-lyrischem Stil

Fazit: 
Wie immer wird bei Gegen unendlich Abwechslung geboten, der vorliegende Band gehört aber nicht unbedingt zu den Stärksten der Reihe.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Der Phantastikpreis der Stadt Wetzlar

Der Phantastikpreis der Stadt Wetzlar präsentiert erstmals vorab die Longlist für den diesjährige Preisentscheidung. Enthalten sind zehn Bücher, jeweils fünf von Autorinnen bzw. Autoren. Einer der Titel, NSA, von Andreas Eschbach, hatte gestern den Kurd Laßwitz Preis als Bester Roman gewonnen. 
Bei Juan S. Guses Miami Punk scheiden sich bisher die Geister, die einen sind völlig überschwänglich, andere konnten damit gar nichts anfangen. Oft gelobt wird Die Hochhausspringerin von Julia von Loucadou. Aber wir werden sehen wen die Jury als preiswürdig erachtet.



Lese-Welten der anderen Art

Das Alien tanzt Polka ist die zweite Anthologie mit heiteren SF Geschichten aus der Ägide von Ellen Norten. Auf Kultur Extra findet sich e...