Donnerstag, 17. September 2020

HSV 2020/2021


 Der Hamburger Sport Verein geht in sein drittes 2. Bundesliga-Jahr. Zweimal wurde man vierter, zweimal startete man recht gut und versagte im Endspurt. Letzte Saison war die Coronapause der Leistungskiller.

Der HSV hat mittlerweile aus Finanzgründen ein wenig abgespeckt. Statt Bundesligatrainer Hecking steht jetzt Newcomer Daniel Thioune an der Seitenlinie. Ein Trainer, der einerseits schon seine Zweitligasporen verdient hat, andererseits noch beweisen will, das in ihm ein Erstligatrainer steckt. Wie immer bei solchen Wechseln wurden auch die Co-Trainer getauscht, obwohl man dort eigentlich Kontinuität vorgesehen hatte.

Für die HSV-Seele wurde Horst Hrubesch verpflichtet, dem die Aufgabe obliegt den Nachwuchs neu aufzustellen. Ob das etwas Positives bewirkt wird man erst mit der Zeit feststellen können.

Die Neuzugänge der Mannschaft lösen auf den ersten Blick keine Begeisterung aus. Simon Terodde ersetzt  Pohjanpalo, der Finne war leider nicht zu halten, Gjasula statt Fein, hinten kommt Leistner für Letschert, das spricht alles nicht unbedingt für eine Steigerung des sportlichen Potenzials.

Freuen kann man sich auf Onana, der hat in den Testspielen und auch im üblen Pokal-Aus (4:1 in Dresden verloren) einen guten Eindruck hinterlassen, genauso wie Rückkehrer Wintzheimer und Ambrosius (der war lange verletzt). 

Im Tor hat man jetzt Pollersbeck abgegeben und heute wurde vermeldet, in der Abwehr kommt Heyer von Osnabrück. Man sieht, bis Transferende 5. Oktober kann noch viel passieren.

Meines Erachtens werden mehrere Dinge entscheidend sein:

1. Wie schlagen sich die jungen Wilden wie Vagnoman, Wintzheimer, Ambrosius, David, Onana und vielleicht die ein oder andere Überraschung aus dem Nachwuchs. Das Potenzial ist vorhanden, aber die tägliche Knochenmühle 2. Liga wird erst zeigen, ob sie sich dauerhaft durchsetzten.

2. Der HSV hat das spielerische Element in Kittel, Hunt und Dudziak. Das Pokalspiel hat aber gezeigt, zusammen heben sie ihre Kreativität auf. Maximal zwei dieser Spieler kann eine Mannschaft verkraften, das zeigen schon illustre Beispiele in der Nationalelf. Solange alle drei den freien Radikalen spielen, wird das nicht funktionieren, zumindest nicht auf Dauer. Das Problem gab es schon letzte Saison, da kam noch Fein hinzu. Der HSV braucht aber auch defensiv denkende Spieler mit sehr gutem Zweikampfverhalten. Die Mischung muss passen, damit hinten die Null steht und es vorne klingelt. 

3. Der Sturm ist der Garant für den Sieg. Hinterseer hatte vier großartige Chancen in Dresden, leider kein Tor gemacht. Das ist das Hauptproblem des HSV in den letzten beiden Jahren. Es werden zu viele Chancen liegen gelassen. In der Hinrunde der Vorsaison sah das vor allem auf Grund Standards besser aus, über die ganze Saison hat es aber nicht gereicht. Einzig der Finne war ein Lichtblick, aber den konnte der HSV nicht verpflichten. Hoffen wir, das Terodde seinem Ruf gerecht wird.

4. Ein Mangel war in Dresden sichtbar: Die Passgenauigkeit ist mangelhaft. Da muss bei all den hoch veranlagten Fußballern des HSV einfach mehr kommen. Da verliert man viel Zeit im Aufbau, dazu kommen dadurch verursachte Ballverluste samt Gegentoren und natürlich auch schlampige Zuspiele, die einen Torerfolg erschweren. Ich bin gespannt ob sich das im Laufe der Spielzeit gibt. Da ist auf jeden Fall das größte Verbesserungspotenzial vorhanden.

Am Ende, so mein persönlicher Tipp, wird der HSV zusammen mit Hannover aufsteigen und Bochum erreich die Relegation. Und wenn nicht, so richtig überraschen würde es mich natürlich nicht.

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