Endlich ein Heimsieg!


Ja, das hat lange gedauert. Eine schwere Geburt. Es war der Einstand von Michael Oenning, ein 6:2 gegen Köln. Seitdem war der HSV erfolglos vor eigenem Publikum. Selbst die Rückkehr der Kölner endete in einem 3:4.
Aber es hatte sich viel geändert. Nach Interimstrainer Cardoso kam Fink und in der Post-Oenning Ära ist der HSV wiedererstarkt. Der erste Saisonsieg unter Cardoso in Stuttgart, ein wenn auch mühsames Weiterkommen im Pokal und viele Unentschieden trotz überlegen geführter Spiele.

Doch endlich ist der Lohn in Form dreier Punkte eingefahren, wenn auch manche Probleme offensichtlich nicht gelöst sind. Andere dagegen scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben.

Beginnen wir im Angriff. Nur wenige Minuten sind gespielt und Guerrero enteilt dem Hoffenheimer Verteidiger. Unwiderstehlich gut hat er das gemacht. Und dann recht uninspiriert auf den kurzen Pfosten gehalten. Kein Problem für den Torwart der Gegner.

Der HSV agiert weiter aktiv. Hinten dicht, sorgt vor allem Guerrero für viel Wirbel. Doch mit laufender Spieldauer wird Hoffenheim stärker, die unsortierte HSV Defensive verfolgt bang dem Fehlschuss. Doch der Tüchtige braucht auch mal Glück und es kann nicht wie in der Vergangenheit sein, das jeder Schuss des Gegners ein Treffer ist.

Der HSV macht es auf der anderen Seite besser. Guerrero zu Berg, dessen Ball wird vom Hoffenheimer Weis zurück zu Guerrero gebracht, der schießt erst gegen den Pfosten, da verzweifelt man schon, bevor er den Abpraller in die Maschen versenkt. Auch hier kehrt sich die Historie. Statt Pech wegen fahrlässig vergebener Chancen, jetzt das etwas kuriose Tor.

Völlig verdient und der HSV drückt weiter. Nach einer Ecke kommt Guerrero frei zum Schuss, doch verzieht.

Nach dem Seitenwechsel drückt Hoffenheim, doch der HSV steht sicher und die einzige Großchance vereitelt Drobny mit einem Wahnsinnsreflex.

Auf der anderen Seite spielt der HSV schön, mit viel Hacke und Spitze, doch statt den Torabschluss zu suchen, wird immer wieder quer gespielt. Anders macht es Jansen, der in den Strafraum antritt und einfach abzieht. Starke sieht nicht gut aus, doch wen interessiert´s? 2:0, und so bleibt es auch bis zum Ende. Der HSV siegt völlig verdient und verlässt die Abstiegsränge.

Vorne braucht der HSV immer noch viele Chancen und selten blitzt der Killerinstinkt auf. Guerrero macht aus drei Großchancen 1 Tor. Und war immer gefährlich. Berg neben ihm kämpfte und rackerte viel, das Duo passte gut zusammen und es kam nicht von ungefähr, dass das Tor aus einer Koproduktion stammte.

Die Außenbahnen. Jansen blieb manchmal unter seinen Möglichkeiten, doch gerade in der zweiten Halbzeit drehte er auf und erzielte das entscheidende 2:0. Harmoniert gut mit Aogo, der aber leider das Flanken immer noch nicht gelernt hat und auch seine Standards waren schon mal besser. Insgesamt war Aogo einer der schwächsten Hamburger.

Rechts war Diekmeier solide, seine Flanken zwar selten aber immer gefährlich. Ein wenig merkte man ihm Zurückhaltung an, die wohl aus Unsicherheit auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs resultierte. Steigerte sich aber im Laufe des Spieles deutlich. Töre dagegen war auffällig, verdribbelte sich aber ein ums andere Mal und spielte auch nahezu effektlos. Das war einfach nicht sein Tag.

Auffällig war der Kommentator Fritz von Thurn und Taxis. Seine lyrische Ader kann leider nicht verbergen, dass er keinen Blick für das Spiel hatte. Töres Aktivität zu loben ist in Ordnung, doch selbst dem alten Fritz hätte auffallen können, das Töre keinen guten Tag gehabt hatte. Aber so sind die Sportjournalisten der heutigen Zeit. Wenn die einen Zettel vor sich liegen haben, um jemand zu loben, dann ziehen die ihr Ding auch durch, unabhängig davon, was auf dem Rasen geschieht.

Stark gefiel mir die Innenverteidigung. Westermann hatte den einen oder anderen Stockfehler, doch im Gegensatz zu Saisonbeginn wurden diese nicht bestraft. Bruma wirkte sehr sicher, sehr präsent und gibt Hoffnung für die nächsten Spiele. Gerade gegen Hannover wird dies wichtig sein.

Prunkstück des HSV war gestern das defensive Mittelfeld. Eigentlich war mein Spieler des Spiels Thomas Rincon, der wirklich omnipräsent war und eine Vielzahl an Bällen erkämpfte und immer wieder Vorstöße einleitete. Doch Kacar war kaum weniger stark und beide zusammen waren wirklich überragend und der Garant dafür, dass die Defensive wieder besser stand als noch vor Kurzem.

Der Sieg und auch die Art und Weise lässt Hoffen für die nächsten Spiele. Ein Lob an Trainer Fink, der es schaffte, aus einem verunsicherten Haufen eine schlagkräftige Truppe zu bilden. Hoffen wir, dass der eingeschlagene Weg fortgesetzt wird und sich die Leistung stabilisiert.


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Zwielicht – Das deutsche Horrormagazin

Meine Silbermond Geschichten

Zwielicht Classic - Geschichten gesucht!