David Goodis - Die Täuschung


David Goodis ist ein amerikanischer Autor aus den 50ern. Die Täuschung (Of Missing Persons) stammt aus dem Jahr 1950 und gilt allgemein als sein schwächstes Werk.

Ballard ist Polizist und Leiter der Vermisstenbehörde. Myra Nichols hatte ihren Mann als vermisst suchen lassen und als eine vom Zug erfasste Leiche entdeckt wird samt Indizien die auf ihren Mann hinweisen, scheint der Fall gelöst. Myra lässt aber nicht locker und behauptet, ihr Mann lebe noch, ohne allerdings einen Hinweis zu geben, wie sie darauf kommt.
Ballard selbst kämpft damit, ob er seinen Beamtenjob behält oder zu einer gut dotierten Arbeit in der Versicherungsbranche wechselt.


Die Vermisstenbehörde gerät in den Fokus eines Schmierblattes und schnell gibt es interne Ermittlungen und auf Ballard wird ein junger Havard-Absolvent angesetzt, der sich auf die Seite von Myra Nichols schlägt und dem Polizisten Unfähigkeit attestiert.
Ballard kämpft mit sich selbst, den Ermittlungen und dem Fall, bei dem sich plötzlich völlig neue Einsichten ergeben.

Der Roman selbst fängt ein wenig gemächlich an, weniger ein Krimi als eine Rückschau auf das Leben in der Nachkriegszeit. Ballard arbeitet viel, bekommt wenig Lohn und steht dazu noch im Feuer der internen und öffentlichen Kritik. Seine Frau würde gerne, das er in den gut bezahlten Job in der Versicherungsbranche wechselt, doch Ballard, etwas gefangen in einer Art Midlife Crisis, hadert mit sich, seinen Fähigkeiten und auch mit seinen Wünschen.
Im zweiten Teil nimmt die Geschichte fahrt auf und Ballard findet zu seinen Fähigkeiten zurück, wächst mit seiner Aufgabe und findet am Ende die Gewissheit, die richtige Entscheidung zu treffen.

Ein sehr lesenswerter Roman, der stark abweicht vom typischen Krimiallerlei, wie oft bei Goodis, doch hier schon bemerkenswert stark. Aber auch hier sind seine Helden keine Helden, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen, die aber vor allem stark in sich selbst und in ihren Idealen sind. Unbedingt lesenswert.

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