In seinem Essay zur Kurzgeschichte

...das sich im SF Jahr von Golkonda findet wie ich hier berichtete, wünscht Michael K. Iwoleit, dass Kleinverlage sich bei der Veröffentlichung von Kurzgeschichten einer höheren Qualitätskontrolle unterwerfen und nicht alles drucken.
Das klingt erst einmal einleuchtend. Schließlich soll sich der entsprechende Verlag ja einen guten Ruf aufbauen und nicht dem Ruf des Geldes folgen unter dem Motto Masse macht glücklich.


Ich bin mir aber nicht sicher, ob man das so pauschal stehen lassen kann. Auch Publikumsverlage sind ja dazu übergegangen, Self Publisher und andere, potenzielle Bestseller zu veröffentlichen, schließlich will man weder einen Trend, noch eine gute Gelegenheit verstreichen lassen. Und letztendlich zählt für den Verlag ja nur bedingt die Qualität, er muss ja irgendwo von Leben und braucht Verkäufe.


Desweitern ist ja Qualität nicht unbedingt objektiv zu definieren wenn es um Geschichten geht. Gerade bei Kurzgeschichten finden sich für ein Dutzend dieser Stories schnell auch mal ein Dutzend verschiedener Meinungen. Der erfolgreiche Verleger beweist da vielleicht eher Mut zur Lücke.


Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Trotzdem werfe ich die Frage in die große weite Welt: Wie würdet ihr das machen wenn ihr Verleger (bzw. Entscheider) wärt?

Kommentare

  1. Hallo Michael,

    ich persönlich stimme ihm zu. Ich lese immer wieder Kurzgeschichten, bei denen ich denke, ein Lektorat hätte die Story wesentlich verbessern können. Handwerk spielt in meinen Augen eine große Rolle. Wenn ich ein Übermaß an Hilfsverben, Fehler in der Rechtschreibung, Zeitfehler (manchmal innerhalb eines Satzes) falsche Bezüge, und so weiter sehe, vergeht mir die Lust am Lesen.

    Ein Kleinverleger, den wir beide kennen 'p.machinery' bekommt das hin. Wenn er das kann, sollten die anderen es auch können.

    Ich kenne als Autorin das Problem mit eigenen Texten. Man findet manchen Fehler nicht, weil man das sieht, was man sagen wollte, nicht das, was da wirklich steht. Ein Text mir grottiger Rechtschreibung darf erst gar nicht veröffentlicht werden!

    Wenn ein Kleinverlag ungeprüft veröffentlicht, versaut er sich den Ruf. Fehler werden durchaus wahrgenommen und in Rezensionen auch oft angekreidet.

    Es gibt inzwischen genug Verlage, in denen auch SP willkommen sind. In erster Linie sehe ich darin allerdings nur eine weitere Einnahmequelle für die Verlage, denn meistens bieten sie das Lektorat als Bezahlleistung an.
    Einige wenige Ausnahmen gibt es auch hier. E-Book Verlage, die nur veröffentlichen, was ihnen qualitativ gefällt, aber auch dann nur mit einem Verlagskorrektorat und Verlagslektorat, was nicht vom Autor zu bezahlen ist. Dort werden dann meistens keine Vorschüsse bezahlt aber faire Tantiemen.

    Ich glaube du sprichst vielleicht mehr vom Inhalt, oder? Da stimme ich dir auf jeden Fall zu: Die Geschmäcker sind sehr unterschiedlich. Ob einem eine Geschichte gefällt, hängt bei mir allerdings nicht nur von einer originellen Idee ab, sondern eben auch vom Handwerk.

    Ich habe festgestellt, dass gute Autoren dankbar sind, wenn man ihnen hilft, das Optimum aus ihrem Text herauszuholen. (Wenn jemand nicht kooperativ ist, kann ich mich auch von Autoren verabschieden, aber das ist mir bis heute erst ein einziges Mal passiert.)

    Ich glaube, für ein gutes Buch, das erfolgreich werden kann, sind der Autor, der Herausgeber und der Verlag alle zusammen verantwortlich und etwas mehr Handwerk scheint mir durchaus angebracht.

    Meine ganz eigene Meinung.

    Liebe Grüße

    Marianne

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  2. Hallo Marianne,

    ich bin mir nicht sicher welche Verlage genannt wurden, kann aber gerne nochmal nachschauen. Aber pmachinery hat ja auch schon eine großzügige Veröffentlichungspraxis. Mir begegnen regelmäßig Bücher da denke ich, weniger wäre mehr gewesen, auch unabhängig vom Geschmack (einig bei der Einschätzung ist man sich ja nicht immer, das darf man nicht vergessen).

    Zum Thema hatte ich auch schon zwei passende Kolumnen:
    Kurze Schwemme:
    http://defms.blogspot.de/2011/05/kurze-schwemme.html

    Der Preis ist heiß:
    http://defms.blogspot.de/2011/05/der-preis-ist-hei.html

    Bis bald,
    Michael

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