Rückmeldungen

 


Rückmeldungen zu Geschichten sind immer eine spannende Sache und ein emotionales Auf und Ab. Man bangt, hofft, freut sich oder wird enttäuscht und es gibt einiges, was solche Rückmeldungen wertvoll macht. 

Die erste Rückmeldung erhält man in der Regel von Herausgebers (Alternativ von den Ausschreibenden, in der Folge der einfachheithalber Herausgeber), die entscheiden, ob der Text genommen wird oder nicht. Eine Zusage ist dabei natürlich eine tolle Rückmeldung. Wenn dann noch eine (positive) Bewertung des Textes dazu kommt, freut man sich besonders. Natürlich ist zu berücksichtigen, das Herausgeber eher loben, es sei denn, sie wollen, das der Text noch überarbeitet und am besten verbessert wird. Als Herausgeber, das merke ich selbst bei Zwielicht, vergisst man schnell das Lob, unbewusst denkt man da wohl, die Zusage sei ausreichend. Manche Herausgeber loben aber auch sehr enthusiastisch, das muss man dann auch einordnen können.


Absagen sind da schon schwieriger. Viele ersparen sich diese, um sich nicht angreifbar zu machen und um potenzielle Leser der Publikation nicht zu vergraulen. Je konkreter eine Absage geschrieben ist, desto eher kann der Autor da aber Verbesserungspotenzial für diesen und zukünftige Texte generieren. Manchmal hilft auch die Publikation selbst zu lesen, um beurteilen zu können, ob der eigene Text vielleicht nicht passend war oder auch qualitativ nicht gereicht hat, wobei letzteres natürlich relativ ist. Absagen sind, so ärgerlich sie sind, aber auch eine Gelegenheit, Schwachstellen am Text auszumachen.

Hat man dagegen eine Zusage, tritt man in Kontakt mit dem Lektor. Das ist nicht immer angenehm, aber dient doch der Verbesserung des Textes und zeigt ebenfalls Schwachstellen auf (und hoffentlich keine beim Lektoren selbst). Hier und da bekommt man ebenfalls Feedback vom Lektor.


Ist die Publikation auf dem Markt, ist das schlimmste, was passieren kann, schweigen. Man steckt viel in den eigenen Text und wenn der dann völlig ignoriert wird, ist das immer ein schwerer Schlag. 

Kommen dann Rückmeldungen, gibt es positive und negative. Diese sollte man immer mit der eigenen Einschätzung des Textes vergleichen. Hat man Schwachstellen ausgemacht, die angesprochen werden, weiß man, was man in Zukunft zu beachten hat. Generell sollte man die Kritikpunkte ernsthaft prüfen und den Text dahingehend reflektieren. Kennt man die Kritiker, hilft es bei der Einordnung, schließlich sind nicht alle Schwerpunkte für jeden gleich wichtig. In einer Anthologie hilft es auch, Kritikpunkte anderer Geschichten von Kritikern mit der eigenen Meinung zu vergleichen. Stimmt man nämlich dem Kritiker fast immer zu außer beim eigenen Text, kann der Fehler durchaus bei der falschen Eigeneinschätzung liegen. Auch kann es passieren, das der eigene Text nicht zur Publikation passt und entsprechend sind die Erwartungen der Leser andere. Da relativiert sich die Rückmeldung.

Auch Lob und sonstige positive Rückmeldungen sollte genauso beurteilt werden wie negative Gesichtspunkte. Wenn man die positiven Aspekte im eigenen Text gar nicht erkennt oder vorher erkannt hat, sollte das auch zum Nachdenken anregen. Lobt der Kritiker andere Aspekte als man selbst gutfindet, sollte das beachtet werden und in die eigene Beurteilung einfließen.

Ziel sollte es ja sein, aus hoffentlich vielen, möglichst ehrlichen Rückmeldungen, ein Bild des eigenen Textes zu bekommen, und ihn dann vermehrt objektiv zu beurteilen. Da ist natürlich ein Mehr an Rückmeldungen hilfreich.



Letztendlich, wenn man an diesen Punkt angelangt ist, muss man aber selbst für sich entscheiden, welche positiven und negativen Rückmeldungen man als statthaft annimmt. Schließlich muss die eigene Idee, die hinter dem Text steht, bestehen bleiben und vielleicht ist es so, das man die Kritikpunkte in Kauf nimmt bzw. sie geradezu herausfordert. Ist man sich unsicher, hilft es, einfach ein wenig Zeit verstreichen zu lassen und sich dem Text samt der Rückmeldung mit ein wenig Abstand wieder zu widmen.

Wichtig ist dabei, ruhig zu bleiben, eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Kritiker bringt generell keiner der beiden Seiten was. Erkennt man aber, das die Kritik völlig unberechtigt ist, sollte man aus seinem Herzen aber auch keine Mördergrube machen.

Interessant ist es auch, mit gehörigem Abstand die eigene Geschichte nochmal zu lesen, vielleicht ein Jahr später, und sich dann auch erneut die Kritiken durchzulesen und das ganze erneut zu reflektieren.


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