Samstag, 11. Dezember 2010

Die Raute aus dem Herzen

Vier Gegentore. Kaum mal hat man das Gefühl, der HSV könnte das Spiel gewinnen. Natürlich ist Leverkusen eine starke Mannschaft. Natürlich haben die einen Lauf, während die HSV Truppe einen typischen Antilauf hat mit vielen Verletzten und gerade erst wieder zurückgekehrten Spielern.



Aber nach 16 Spielen und dem nahenden Jahresende kann man sich festlegen. So geht es nicht weiter. Eine Mannschaft, in der es nicht stimmt. Das kann an vielen Baustellen liegen.

Ich hatte es ja schon desöfteren bemerkt. Der HSV hat kaum Defensivspieler und vor allem kaum robuste Spieler, denen man Zwiekampfstärke bescheinigen kann.

So bleibt eine Schönspielertruppe ohne Biss. Wer ist daran Schuld? Die einzelnen Spieler können dafür nichts. Zusammengestellt wurden sie von Alleinherrscher Hoffmann, der wohl eingestehen muss, dass er zwar den HSV in die europäische Spitze geführt hat und wirtschaftlich auf eine neue Ebene gehievt hat, im entscheidenden Moment aber viele Fehler machte.

Spieler, die abwanderungswillig sind, sollte man ziehen lassen. Das gibt Geld und bringt neue hungrige Männer. So war es lange die Regel, doch dann gab es einen Richtungswechsel, was das bringt sieht man.

Lange hatte man fast ausschließlich junge und hoffnungsvolle Spieler, es fehlten die erfahrenen Leistungsträger. Doch die Mischung bekam man nicht hin, das zeigt ja der Wechsel zwischen Alte Herren und Jugendwahn.

Das letzte Jahr ohne Sportchef war tödlich. Bastian Reinhardt kann man im Moment noch keinen Vorwurf machen, wie sollte er, der erst kurz vor Saisonbeginn inthronisiert wurde, die Wende vollziehen?

Wenn ich mir was für den Gabentisch wünschen darf: Lasst den Didi Beiersdorfer wiederkommen und schickt im Zweifel den Hoffmann in die Wüste. Vielleicht macht der gute Beiersdorfer den Präsident und baut den Reinhardt auf.

Die Mannschaft sollte man durchforsten und entsprechend in der Winterpause mal ein paar Spieler aussortieren. Rost als Zentrum, um den ein Neuaufbau stattfinden sollte, das ist der einzig richtige Weg.

Den Trainer sollte man ebenfalls hinterfragen, schließlich ist er der sportlich Verantwortliche. Doch jetzt den nächstbesten Blender auf die Bank zu setzen, halte ich auf jeden Fall verkehrt.

Stevens war ein guter Trainer, aber nur mit Mauern kann man keine Spiele bstreiten. Der Jol gefiel mir richtig gut, aber der ging genau wie Stevens von selbst. Warum, das muss man sich fragen? Warum will niemand von Format den HSV trainieren?

Labbadia war mit Sicherheit alles andere als eine gute Wahl. Aber auch Veh scheint nicht nach Hamburg zu passen und hat "gewisse" Schwierigkeiten.

Ein Spiel noch, nächste Woche. Die Gladbacher freuen sich schon über drei Punkte, die haben die auch bitter nötig. Die Niederlage überstehen wir auch noch. Und dann solllte man in Ruhe die richtigen Weichen stellen und sich auf die nächste Saison konzentrieren.

Trotz aller negativer Stimmung, Schnellschüsse helfen jetzt auch nicht weiter. Hoffen wir, das die Verantwortlichen die Nerven bewahren. Oder sofort persönliche Konsequenzen ziehen.

Ich werde mir das auf jeden Fall nächste Woche nicht antun und im Radio verfolgen. Lieber gehe ich im Wald spazieren. Das ist gesünder und macht einfach mehr Sinn!

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