Montag, 27. Dezember 2010

Zwielicht - Ein persönlicher Werkstattbericht

Der Weg zu Zwielicht war ein langer und es gab verschiedene Gründe, die zu dem Magazin führten.
Als neuer Geschichtenschreiber hat man es schwer. Online gibt es zahlreiche Veröffentlichungsmöglichkeiten, doch ins gedruckte Buch zu kommen, ist gerade am Anfang schwer. Die meisten Verlage und Herausgeber verlangen doch eine längere Veröffentlichungsliste, auch wenn die wenigsten das offen zugeben.



Schafft man es dann in die ersten Bücher, sind das alles andere als Bestseller. Ladenhüter würde es eher treffen und die Veröffentlichung erfolgt dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Natürlich sind die Auflagen der Anthologien, die zumeist bei kleinen Verlagen erscheinen nicht groß, aber selbst dort gibt es Unterschiede. Das SF Magazin NOVA hat laut eigenen Angaben eine Durchschnittsauflage von 400, hat es aber immerhin auf aktuell 17 Ausgaben gebracht, die Visionen immerhin auf rund 600. phantastisch! hat immerhin eine Auflage von 1200 (die Startauflage der ersten Ausgaben betrug immerhin 200o Stück).

Wie man an den Zahlen erkennen kann, ist damit kein Geld zu verdienen und einen großen Leserkreis erreicht man damit auch nicht. Aber irgendwo muss der geneigte Autor anfangen.

Meine erste gedruckte Veröffentlichung war dann 2002: Benzin im Blut in Wie jetzt?, Auflage betrug 200 Stück. Hoffnungsvoll ging es mit Edition Ponte Novu weiter, doch der neugegründete Verlag machte bald wieder zu und die tolle SF Anthologie Genpest erreichte kurz vor Verlagsende eine gewaltige Gesamtauflage von 68 Stück!

Die Erkenntnis war schlagartig da. Es geht nicht allein ums veröffentlichen, nein, es muss auch noch verkauft und gelesen werden. Was macht man, wenn man meint, man könnte es besser?

Genau! Man bringt selbst Bücher heraus. 2004 starteten wir die Leselupenbücherei, Exadministrator Marc Albrecht war bereit, die Bücher zu drucken. Natürlich dachte ich, Erzählungen oder Gedichte würden die Reihe starten, doch wie immer bleibt es bei einem selbst hängen. Erster Band war Die dunkle Seite und wurde ein Erfolg: 270 verkaufte Exemplare, das hat was. Der Nachfolger Schattenseiten brachte es auf knapp 200 und erreichte den dritten Platz beim DPP, Nina Horvaths Geschichte aus dem Buch sogar Rang 2.
Doch das dritte Buch wurde zum Problem. Es war schwer, geeignete Geschichten zusammen zu bekommen und nur um ein Buch mit aller Gewalt herauszugeben, wollte ich mir die Arbeit nicht antun.

Was blieb war der Titel der dritten Anthologie (Zwielicht) und das Titelbild von Susanne Jaja. Diverse Horroranthologien gerieten in meine Finger, doch trafen die wenigsten meinen Geschmack. Also musste ich es erneut selbst versuchen. Der passende Verlag lag auf der Hand, denn Eloy Edictions brachte tolle Bücher heraus. Und Verleger Walter Diociaiuti war auch Feuer und Flamme. Zwielicht erschien im April 2009 und brachte es auf zwei Auflagen. Nach 300 Stück ist jetzt erst einmal Ende und es steht in den Sternen, ob der Band nochmal nachgedruckt wird. Tendenziell eher nicht, aber wer weiß...
Zwielicht gewann dann den Vincent Preis 2009.
Erste eingereichte Geschichte für Zwielicht war damals Torsten Scheibs Götterdämmerung und die erreichte Platz 2 beim Vincent. Dazu kommt noch der dritte Platz für Jakob Schmidts Eine andere Wildnis und die Nominierung des Titelbildes für die beste Grafik.
Es sah also gut aus und am Horizont stand der steile Aufstieg in den Horrorolymp bevor.
Doch weit gefehlt.
Der Verlag befand sich in Problemen und brachte 2009 zwei Bücher und 2010 ein Buch heraus. Zwielicht 2 war seit Januar 2010 fertig und harrte der Veröffentlichung.
Dabei hatte sich in letzter Sekunde noch eine Änderung ergeben. Torsten Scheib war mit der Geschichte Besessen vertreten und bot mir für Der wahre Schatz die Geschichte Motten an. Motten war eine heftige Geschichte. Zu heftig für das Fantasyguide Jahrbuch und so gab es mit Torstens Einverständnis einen Geschichtentausch. Motten war jetzt in Zwielicht 2 vertreten.

Das Buch erschien dann zur Weihnachtszeit 2010 und gewann auch den Vincent Preis 2010. Diesmal waren mit Torsten Scheibs Motten, Jakobs Schmidt Im Himmel und Marcus Richters Feuerhaut drei Geschichten auf der Nominierungsliste.

Zwielicht 3 ist für 2012 anvisiert und die ersten Geschichten stehen schon fest. Der Sekundarteil wird auch umfangreicher. Hoffen wir auf eine goldene Zukunft und das uns Zwielicht lange erhalten bleibt.

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Das Buchjahr 1987

Wie man im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels nachlesen kann, sind 1987 48366 Erstauflagen erschienen sowie 17314 Neuauflagen. ...