Die Stadtmusikanten wurden versenkt

Bezeichnend, wenn man ohne den Fliegenden Holländer den höchsten Saisonsieg einfährt. Das zeigt, ein Verkauf wäre besser gewesen, genau wie ich es geschrieben habe. Ein Triumph ist das natürlich nicht, schließlich sind Siege und Tore das, was den Fußballanhänger erfreut.

Der HSV landet einen Kantersieg gegen desolate Bremer. Gerade gegen den Angstgegner von der Weser ist ein solcher Sieg sehr wichtig. Denn normalerweise war abzusehen, dass der HSV den Erzrivalen aufbaut. Gut, dass dies nicht geschehen ist. So gab es einen Sieg, der Chancen in der Liga offenhält. Der aber nur zählt, wenn weiter Zählbares herausspringt.


Am Wochenende geht es auf den Betzenberg. Einst gefürchtet, stehen die Roten Teufel mit dem Rücken an der Wand und belegen den Relegationsplatz. Der 1.FC Kaiserslautern ist im Zugzwang. Gladbach hat gewonnen, die Stuttgarter spielten zumindest gut und so wird es schwer, den Abstieg zu verhindern. Da müssen Heimsiege her und der Druck ist gewaltig.

Ein Vorteil für den HSV. Spielt er seine wiedergewonnene defensive Stärke aus und knippst vorne, so wie es gegen Bremen so schön geklappt hat, ist man bei der Musik. Das Tore schießen war ja das, was gegen St.Pauli gefehlt hatte.

Verliert man gegen um jeden Meter kämpfende Pfälzer, bleibt man da, wo man seit Wochen steht. Konstanz ist jetzt das wichtigste Wort und mit jedem Sieg, mit jedem Punkt steigen Selbstbewusstsein und Sicherheit.

Doch ob aus guten Rückrundenansätzen eine Serie wird, muss sich erst einmal zeigen. Bremen ist in der momentanen Verfassung nicht der richtige Gradmesser. Aber ein paar Erkenntnisse kann man aus dem Spiel trotzdem ziehen.

Der alte HSV Sturm Petric/Guerro hat gezündet und drei Tore erzielt. Das gilt zu bestätigen. Eine Schwalbe macht auch noch keinen Sommer und so muss auch mal ein Lauf her. Trifft man regelmäßig, klappt das mit dem Tore schießen auch fast von allein, so gesehen bei Gekas und Cisse in der Vorrunde.

Jarolim raus, eine Maßnahme, die ich nach dem St.Pauli Spiel nachvollziehen konnte. Der ist zwar viel gelaufen, hat aber oft genug das Spiel verschleppt. Veh begründete das mit der Ähnlichkeit der Spielertypen auf der 6. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Ob die umgestellte Defensive gegen Lautern funktioniert, da bin ich gespannt. Der Mathijsen ist nach seiner Verletzung noch lange nicht auf der Höhe und gegen gefährliche Pfälzer Stürmer wird es alles andere als einfach zu bestehen. Wird eine spannende Sache.

Nicht vermisst wurde in der kompletten Rückrunde Piotr Trochowski. Ganz im Gegenteil, scheint sein Fehlen für die Grundordnung doch besser zu sein. Und da er in der Vergangenheit aus seiner exzellenten Schusstechnik zu wenig machte, deuten die Zeichen auf eine Trennung zum Saisonende hin.

Auch Eliah hatte ich am Wochenende nicht vermisst. Letztendlich hat er noch die Chance, sich bis Saisonende ins Rampenlicht zu spielen. Sonst wird es auf eine Trennung hinauslaufen, vielleicht wäre eine Ausleihe der richtige Weg.

Vom Prinzip hat jeder die Chance, sich die verbleibenden 11 Partien in den Vordergrund zu spielen. Und das Trainerteam wäre angeraten, ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten, die jeweils beste Mannschaft aufzustellen. Auch da scheint es dran gehapert zu haben und ich will nicht wissen, wer alles bei der Aufstellung einer Bundesligamannschaft mit spricht. Wo das Geld regiert, ist selten die Vernunft am Ruder.

Der HSV hat übrigens ab nächster Saison einen neuen Sportchef. Mal sehen, ob die nächsten Tage weitere Personalentscheidungen fallen. Genug Baustellen gibt es ja.

Warum der Neue aber erst zum Sommer wechselt, erschließt sich mir nicht. Aber immerhin ist ja nach dem jahrelangen Hickhack einer gefunden. Hoffen wir, dass das auch so bleibt und sind gespannt, auf Wirken und Haltbarkeitsdauer.

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