Dienstag, 10. Dezember 2013

Beim HSV ist mal wieder alles beim Alten

Beim HSV ist mal wieder alles beim Alten. Schon nach 9 Spielen stellt man den Trainer in Frage. Man stellt auch den Umbruch in Frage und will mal wieder am liebsten die komplette Mannschaft austauschen. Na, das ist natürlich Quatsch.

Der HSV hat einen erfahrenen Trainer verpflichtet und man sieht schon, dass die Mannschaft sich entwickelt hat. Rückschläge sind da aber logischerweise vorhersehbar gewesen und das sich die Mannschaft der Kritik stellen muss, da sie nicht genügend Punkte sammelt, ist ebenso klar.
Aber vergessen wir nicht. Innenverteidiger Tah ist 17, Mittelfeldspieler Calhanoglu 19, Arslan 23, Stürmer Lasogga 22 und Beister 23.
Das ist natürlich nur ein Problem: die Jugend der Mannschaft, die Unerfahrenheit, die schwankenden Leistungen. Aber genau das wollten doch Verein und Fans und dann sollte man gefälligst auch Rückschläge durchstehen.
Ein weiterer Punkt ist die doch sehr einseitig zusammengestellte Mannschaft. Es fehlen die unterschiedlichen Spielertypen, die sich ergänzen und in ihrer Gesamtheit verstärken.
Ein weiterer Punkt ist aber natürlich auch, aus der Truppe eine Mannschaft zu formen. Das ist einerseits die Aufgabe des Trainers, aber das braucht Zeit und mehr als 9 Spiele. Aber auch die Mannschaft selbst ist in der Pflicht, sich zusammen zu raufen und gemeinsam die Erfolgserlebnisse zu erzwingen, die dann im Endeffekt auch für eine stärkere Mannschaftsleistung sorgen. Wer z.B. in München besteht, der spielt in den kommenden Spielen natürlich anders auf.

Dafür braucht die Mannschaft (und auch die Verantwortlichen) aber ein großes Maß an Ernsthaftigkeit. Keine sinnlosen Ziele des Manager (Wir verlieren kein Heimspiel), keine Überheblichkeit durchaus talentierter Spieler (Arslan, Calhanoglu, Beister, Djourou) und vor allem endlich mal die Einsicht, dass der Erfolg in der Bundesliga nur dann kommt, wenn ich eine richtige Mischung aus spielerischen und kämpferischen Elementen hinbekomme. Am Samstag gab es zwei gelbe Karten und die jeweils von Offensivspielern (Beister, Arslan), laut Kicker war die Foulstatistik 14:17 gegen Augsburg. Als Heimmannschaft muss man auch mal Angst und Schrecken, nicht nur Behäbigkeit verbreiten.

Was aber jetzt sehr negativ klingt, ist der normale Lernprozess, den eine Mannschaft mitmacht. Auch die Truppe aus van der Vaarts erstem Gastspiel hatte ähnliche Probleme, sich aber dann gefunden und immerhin zweimal das EL Halbfinale, das DFB Pokalhalbfinale und die Bundesligaspitze erreicht.
Vielleicht muss in der Winterpause punktuell die Mannschaft verstärkt werden. Nicht unbedingt durch einen Superstar, aber vielleicht durch einen fehlenden Spielertyp. Vielleicht findet aber Bert van Marwijk in der Vorbereitung noch Alternativen im vorhandenen Kader.
Hoffen wir einfach, das am Samstag in München die Mannschaft ein Zeichen setzt und sich wirklich mal den Arsch aufreißt.

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