Mittwoch, 27. Juni 2012

Jogis Jungs auf Jubelkurs

Ja, die Deutsche Nationalelf. Erfolgsverwöhnt ist sie ja. Weltmeister 1954, 1974 und 1990. Europameister 1972, 1980 und 1996. 1996 war dann auch der letzte Titel. Dies will die aktuelle Nationalelf ändern und ihr Ziel ist der Europameistertitel.
Im Gegensatz zur Vergangenheit, haben wir nicht nur ein siegfähiges Team sondern auch eines, das Fußball auf hohem technischen, spielerischen und läuferischem Niveau zelebriert. Dies ist wohl die beste Deutsche Nationalelf aller Zeiten, wenn Quervergleiche über die Generationen auch immer müßig sind. Sagen wir einfach, es war keine besser, höchsten zu ihrer Zeit ähnlich gut.


Da passte es, dass die stärkste EM Gruppe anstand. Neben den nicht zu unterschätzenden Dänen (fragt die Holländer) noch die Niederlande und Portugal.

Im Vorfeld war wie bei jedem der letzten Turniere die Abwehr das große Fragezeichen. Wird sie stabil? Im Vorfeld konnte man da einige bedenken haben. Aber wie in jedem Turnier seit 2006 hat Jogi Löw es hinbekommen. Hummels und Badstuber spielten bisher bärenstark und der ein oder andere Fehler war eher Bruder Leichtfuß geschuldet.

Gegen die Maurer aus Portugal bewiesen Löws Mannen ihre hohe Spielintelligenz. Es war nicht immer schön anzusehen, aber geduldig wartete man auf seine Chance und tatsächlich. Kurz vor seiner Auswechslung köpfte Mario Gomez den Siegtreffer.

Das Menü war angerichtet, da auch die Holländer gegen Dänemark verloren und somit mit dem Rücken zur Wand standen. 
Und sie stürtzten förmlich von der Klippe. Nachdem Deutschland den Anfangsschwung der Holländer überstanden hatte, zeigte der doppelte Gomez seine Klasse. Holland am Boden!
Man sah aber auch die größte Schwäche der Mannschaft. Im vollen Bewusstsein ihrer Überlegenheit vergaßen sie das dritte Tor und mit dem holländischen Anschlusstreffer wurde es noch einmal knapp.
Aber Jogis Jungs legten einfach wieder eine Schippe drauf uns so endete die Partie siegreich.

Im letzten Spiel gegen Dänemark brauchte man erneut Geduld. Führung, Ausgleich und erst in der letzten Minute erzielte EM Debütant Bender den Siegtreffer. Na, auch ein Unentschieden wäre ausreichend gewesen.

Im Viertelfinale dann die Überraschung. Weder Polen noch Russland, Griechenland war der Gegner. Die spielten den vollendeten Riegel wie einst Rudi Gutendorf, doch Lahms Böller knackte die Abwehr. Zu der Zeit hätte es schon 3:0 stehen müssen, doch die Deutschen wollten den Ball ins Tor tragen. So passierte was passieren musste. Hellas erzielte den Ausgleich. Die Deutsche Nation war geschockt. 
Doch nicht lange, da hämmerte Kedhira, der bis dato nicht mit Fernschussqualitäten aufgefallen war, den Ball unter die Latte. Es folgten Klose per Kopf und Rolls Reus per sehenswertem Fernschuss. 4:2 klare Sache!

Für das Halbfinale hätten sich viele England gewünscht. Aber das britische Empire hatten wir schon 2010 versenkt, wie ich hier berichtete. Diese Elf braucht einen richtigen Gegner, kein weiteres Opfer.
Wer passt da besser als die Italiener. Wer denkt da nicht an das verlorene Finale von 1982, das verlorene Halbfinale von 2006. 
Wir haben eine Rechnung offen. Noch nie gewann die Deutsche Elf ein wichtiges Spiel gegen Italien.

Diese Mannschaft wird es schaffen. Jogis Jungs sind auf Jubelkurs und werden den schwerfälligen Italienern das fürchten lehren. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zwielicht 4 auf El Mundo Fantastico

Zwielicht 4 , ursprünglich im April 2014 bei Saphir im Stahl erschienen, ist seit Juni 2016 auf Amazon erhältlich. Der Band wurde von ...