Empfehlung des Monats - ARCANA No.20 SONDERHEFT FRANKREICH

ARCANA - Magazin für klassische und moderne Phantastik
 
ARCANA No.20 (Februar 2015)
SONDERHEFT FRANKREICH
Zehn verschollene klassische phantastische Erzählungen

Aus dem Inhalt:
Der Apfelbaum. von Jules Lermina
Schnellzug 10 Uhr 50. von Maurice Level
Der Gast. von Catulle Mendès
Der Spiegel. von Catulle Mendès
Der Professor Krantz. von Maurice Renard
Der boxende Arm. von Frédéric Boutet
Der Maikäfer. Von J.H. Rosny
Kismet. von Henri de Regnier
Woodstown. von Alphonse Daudet
Zwei Geizhälse. von Catulle Mendès
Umfang: 68 Seiten, geheftet, Preis: € 5,00*
 

Im Details:
 
Der Band ist wie immer ein Heft, der Umschlag ist in den Farben der Tricolore, von wem das Titelbild ist, kann man dem Impressum leider nicht entnehmen. Eine Quellenangabe, wo die Geschichten erstmals erschienen sind, fehlt ebenfalls


Der Apfelbaum von Jules Lermina ist von 1887 und scheint eine deutsche Erstveröffentlichung zu sein, zumindest habe ich keinen Hinweis auf eine deutsche Ausgabe gefunden. Die Info zum Autor:
en.wikipedia.org/wiki/Jules_Lermina

Der Held der Geschichte handelt aus niederen Motiven und der Apfelbaum dient als Gleichnis für sein Gewissen. Eine heitere, fast schon ironische Geschichte, die insgesamt sehr moralisch ist und ein schöner Auftakt des Sonderheft Frankreich ist.
 
Schnellzug 10 Uhr 50 von Maurice Level von 1910
Zum Autor: en.wikipedia.org/wiki/Maurice_Level

Ja, eine Eisenbahngeschichte. Ähnliches habe ich auch geschrieben (Volldampf voraus!/Zwielicht 1) und da Lapismont ja sagt, ich wäre ein Eisenbahnliebhaber, darf es nicht verwundern, das ich die Geschichte gerne gelesen habe trotz ihrere Einfachheit.

Der Gast von Catulle Mendès von 1885
Hier die Autoreninfo: de.wikipedia.org/wiki/Catulle_Mend%C3%A8s

Eine Geschichte über Skelette und Wahn, die Raum für Interpretation lässt. Ja, auch diese Geschichte war sehr vergnüglich.
Der Spiegel von Catulle Mendès von 1886
Hier die Autoreninfo: de.wikipedia.org/wiki/Catulle_Mend%C3%A8s

Ein Märchen, in dem wie im Titel ein Spiegel im Mittelpunkt steht und die Auflösung erwartbar und simpel ist.

Der Professor Krantz von Maurice Renard von 1932. Der Autor hat auch Romane veröffentlicht. Orlacs Hände erschien 1922 in deutscher Übersetzer und erzählt von einem Pianisten, der die Hände eines Mörders transplantiert bekommen hat.
de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Renard

Die Geschichte spielt mit dem Hoffen und Bangen des Lebens nach dem Tod und eine etwas andere Art des Doktor Frankenstein mit allerlei Wendungen. Sehr schön.

Der boxende Arm von Frédéric Boutet ohne Jahresangabe. Vom Autor sind vier Erzählbände auf Deutsch erschienen, übersetzt von Ewers sowie seiner Mutter (zumindest zwei).
Es geht um eine Transplantation, die eine sehr erheiternde, aber auch bittere Note enthält. Eine herrliche Burleske.

Der Maikäfer Von J.H. Rosny von 1988, Pseudonym für zwei belgische Brüder:
de.wikipedia.org/wiki/J.-H._Rosny_a%C3%AEn%C3%A9

Eine Geschichte von Wahn und wohin er führen kann.

Kismet von Henri de Regnier von 1906
de.wikipedia.org/wiki/Henri_de_R%C3%A9gnier

Eine eher untypische Geschichte, die eher aus der nichtphantastischen Ecke kommt und einen tollen Twist am Ende hat.

Woodstown von Alphonse Daudet von 1873
de.wikipedia.org/wiki/Alphonse_Daudet
Ökologische Fantasy schreiben die Arcana Macher. Ich finde, das ist eine richtig klassische Horrogeschichte, die sehr intensiv rüber kommt und gut in die heutige Zeit passt vom Thema.

Zwei Geizhälse von Catulle Mendès von 1889. Hier die Autoreninfo:
de.wikipedia.org/wiki/Catulle_Mend%C3%A8s

Zwei Geizhälse hat ebenfalls Geldgier als Motiv. Der eine der beiden Geizhälse war wohl Pate für Dagobert Duck, badet er doch in Gold. doch sein Schicksal...verrate ich hier nicht. Aber die Geschichte hat ebenfalls einen bösen Twist am Ende und ist auch in all ihrer Kürze doch sehr einprägsam und gut.
 
Sonderheft Frankreich ist ein tolles Heft, auch wenn es auf jegliche Artikel verzichtet und stattdessen eine Vielzahl recht kurzer Geschichten widment, die allesamt lesenswert sind und Lust auf weitere solcher Bände machen. Auffällig ist, wie grotesk manche Geschichten sind und da erkenne ich mehr Mut im Erzählen als man das von vielen zeigenössigen Kurzgeschichten her kennt.
Toller Band!

Rezension zu Arcana 1 (verlagsseitig genauso vergriffen wie die Bände 2-7, 9 und 10). Die Titelbilder der ersten 15 Ausgaben finden sich auf der Rückseite des Band 15.

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