Dienstag, 1. Januar 2019

Die Phantastik Lesechallange

Ender von sf-lit hat die Phantastik Lesechallange ausgerufen. Das sieht wie folgt aus:


Die Kategorien!

1.) eine Roman-Neuerscheinung aus 2019



2.) eine Kurzgeschichten-Sammlung
(egal ob von einem einzigen oder von mehreren verschiedenen Autoren)

3.) ein Roman, der 1987 einen der folgenden Preise gewonnen gewonnen hat
Hugo Award, Nebula Award, Locus Award, John W. Campbell Memorial Award, Arthur C. Clarke Award, Kurd-Laßwitz-Preis deutsch, Kurd-Laßwitz-Preis international, Deutscher Science Fiction Preis, World Fantasy Award
(warum gerade 1987? Weil das das erste Jahr war, in dem alle genannten Preise vergeben wurden. (Fast) Sämtliche Siegerlisten finden sich HIER, bzw. die für den World Fantasy Award HIER).

4.) ein Buch von Arthur C. Clarke

5.) ein im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch

6.) ein Buch mit dem Wort "Planet" im Titel
(Plural oder Deklinationen aller Art wären auch erlaubt)

7.) ein Buch, dessen Handlung - zumindest teilweise - mehr als 1000 Jahre in der Zukunft spielt


Ich glaube, das ist ein guter Vorsatz für 2019.
Mal eine erste Ideensammlung für die Bücher:
1. China Mieville - Die letzten Tage von Neu-Paris
2.Michael Marrak - Quo vadis, Armageddon? (Golkonda Verlag)
3. Margaret Atwood -  Der Report der Magd
6. Siehe Punkt 5.
7. Hier muss ich noch überlegen.

Nachtrag:
Und natürlich haben die Planungen sich relativiert. Hier meine bisher gelesenen Bücher:

1.) eine Roman-Neuerscheinung aus 2019

Catherynne M. Valente - Space Opera
Der Eurovision Song Contest im Weltall: Vor knapp hundert Jahren hat sich die Galaxis entzweit – ein Krieg löschte beinahe sämtliches Leben aus. In der Folge erfand man eine gemeinschaftsbildende Tradition: etwas Schönes und Unterhaltsames, um den Frieden, die Liebe und das Leben zu feiern. Und so wurde der metagalaktische Grand Prix geboren, in dem alle empfindungsfähigen Zivilisationen friedlich gegeneinander antreten. Seitdem muss jede neue Spezies, die Mitglied der kosmischen Gemeinschaft werden will, an der Show teilnehmen. Das Ganze ist ein Riesenspaß, das Problem ist nur: Auf dem letzten Platz wartet die völlige Vernichtung – und die Aliens haben ganz eigene Vorstellungen davon, wer für die Erde antreten soll …


Auftritt: Decibel Jones, Glam-Rocker der Extra-Klasse, gewesener Rock'n'Roll-Messias und Fast-immer-noch-Berühmtheit. Zusammen mit seiner Band, den »Absolute Zeroes«, bekommt er die größte Bühne, die es je gab. Und nicht nur die Musikpresse ist der Ansicht: In unberufeneren Händen hat das Schicksal der Menschheit noch nie gelegen.

2.) eine Kurzgeschichten-Sammlung

Carmen Maria Machado - Ihr Körper und andere Teilhaber
Ein grünes Band, das zum Auslöser eines Übergriffs wird. Ein Ballkleid, das mit der Haut seiner Trägerin vernäht wird. Ein weiblicher Körper, der von Tag zu Tag durchsichtiger wird. Carmen Maria Machado erzählt von Frauen, deren Existenzen von Männern gewaltsam überschrieben werden und fragt: Wie können Frauen in einer Welt überleben, die sie – ob durch Ehe, Mutterschaft, Tod oder Ballkleider – zum Verschwinden bringen will? Dabei reißt Machado unbekümmert alle Barrieren ein, die je zwischen psychologischem Realismus und Science Fiction, Komik und Horror, Fantasy und Fabeln bestanden haben. Aus der permanenten inhaltlichen wie stilistischen Grenzüberschreitung gehen Texte von verblüffender Originalität hervor, die die Lebensrealitäten von Frauen und die ihnen innenwohnende Sprengkraft mit großer literarischer Wucht kartografieren.

Die Sammlung gewann den Shirley Jackson Award 2016. Die erste Sammlung der Autorin, deren erste Geschichte auf Deutsch in Zwielicht 11 erschienen ist. Ihr Körper und andere Teilhaber ist erfrischend, aus weiblicher Sicht, aber eine Sammlung, die zwar oft phantastischen Inhalts ist bzw. mit der Welt dahinter spielt, aber der Schwerpunkt der Geschichten liegt woanders. Einfach mal der Besprechung im Spiegel folgen und dann entscheiden, ob das Buch für jemanden interessant ist. Mir hat es gefallen und beim nächsten Buch von ihr bin ich wieder dabei.


3.) ein Roman, der 1987 einen der folgenden Preise gewonnen gewonnen hat

Margaret Atwood - Der Report der Magd:
Die Welt nach einer Atomkatastrophe. Die neuen Familien (wenn man es sich leisten kann) bestehen aus Mann, Ehefrau, zwei Haushaltshilfen und einer Leihmutter, der sogenannten Magd, die die Rolle der Gebärenden übernimmt.
Düstere Geschichte, die mich nur bedingt überzeugt hat wie man im Lesezirkel nachlesen kann.


4.) ein Buch von Arthur C. Clarke

Walter Franklin flog einst Raumschiffe von der Erde zur Marskolonie und zurück. Doch nach einem schrecklichen Unfall im All leidet er an Angstzuständen und kann nicht mehr fliegen. Er sitzt auf der Erde fest; seine Familie lebt auf dem Mars und würde wegen der geringeren Schwerkraft auf der Heimatwelt der Menschen nicht überleben. Franklins Therapeut rät dem ehemaligen Flieger, sich zum „Walboy“ ausbilden zu lassen. Diese Spezialisten schützen die gigantischen Meeressäuger vor Raubfischen, aber auch vor Wilderern. In seinem neuen Job lernt Franklin auch die Wissenschaftlerin Indira kennen, in die er sich verliebt. Aber nach wie vor nagt diese unerträgliche Angst an ihm, die er vielleicht niemals überwinden können wird …
Eine Geschichte, die die Faszination von Weltraum und Meer verbindet, sich philosophischen Fragen widmet (Fleisch kontra Pflanzen in Bezug auf Buddismus, da das als sinnloses Töten erkannt wird, und gleichzeitig tritt ein charismatischer religöser Führer auf, dessen _Ausstrahlung Franklin erlegen ist), unterhaltsam ist, ohne wirklich zu überragen. Hier und da schimmert besonderes unter der Decke. Franklin lernt eine junge Wissenschaftlerin kennen und sie wird seine Frau und die Mutter seiner beiden Kindern. Sie ist eigentlich eine toughe Person und so hadert sie mit sich, ob sie wirklich sich auf ihn einlassen soll oder ihre Karriere fortführen und an zwei Stellen im Roman wird gezeigt, das sie nicht wirklich glücklich mit ihrer eigenen Entscheidung ist, obwohl sie sich mit ihrem Leben arrangiert, wohl weil es dem Zeitgeist entspringt. 
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, ein wenig Zeitreise, aber so richtig begeistert hat er mich auch nicht. Andererseits habe ich ihn mehr oder minder in einem Rutsch gelesen und das ist ja ein Qualitätsurteil.

5.) ein im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch

noch offen

6.) ein Buch mit dem Wort "Planet" im Titel


Asyl auf Planet vier erschien bisher dreimal, ursprünglich 1971:




Der Autor H.J. Frey ist recht unbekannt:
Inhalt: 
Im Jahr 2040 lässt Homer G. Adams ein schon länger geplantes Kolonisations­projekt starten. Ziel des Kolonisten­schiffes PROSPERITY, das eine völlig neuartige Konstruktion darstellt, ist der erdähnliche Planet Simon's Corner. Das Schiff besteht aus zwei halbkugelförmigen Sektionen, Nord und Süd genannt, die als Wohnkuppeln Verwendung finden sollen, und der Sektion Mitte mit einem starken Hyperfunksender und dem Transitionsantrieb. Am 13. November startet das Schiff, befehligt von Kapitän Jackson. Dessen Tochter Shirley, genannt »Twinnie«, ist ebenfalls an Bord. Zu den Kolonisten gehört Tim Stokkeby, ein Waisenjunge. 

Bei einem Stopp zwischen zwei Transitionen wird die PROSPERITY von zwei Springerschiffen angegriffen. Es kommt zu einem Notsprung. Auf der Erde wird nur noch der Code RENDEZVOUS empfangen, dann bleibt die PROSPERITY verschollen. 

Das Schiff rematerialisiert mit schweren Schäden. Hyperfunk und Transitionsantrieb sind irreparabel beschädigt, die Impulstriebwerke nur noch sehr eingeschränkt verwendbar, und es gab Tote und Verletzte. Notgedrungen steuern die Kolonisten einen nahegelegenen, marsähnlichen Planeten mit Wüstencharakter, der nur 8,9% Sauerstoff hat, an. Das System wird Oasis-System und der Planet Oasis IV getauft. 

Schon während des Anfluges kommt es zu intensiven Diskussionen zwischen den Kolonisten. Es bilden sich zwei Gruppen heraus. Eine wird von dem Biologen Dr. Joohst geleitet, der der Meinung ist, man sollte durch massive genetische Anpassung den Planeten möglichst optimal nutzen. Dabei schreckt er nicht vor der Idee zurück, Sklavenwesen mit geringer Intelligenz zu züchten. Die zweite Gruppe wird vom Kapitän geführt. Sie will den Vorschriften des Solaren Imperiums treu bleiben. 

Meinung:
Man kann den Roman gut ohne Vorkenntnisse lesen, wenn man auch gleichzeitig gut in die Welt von PR eintauchen kann.
Die Protagonisten sind richtige Siedler, packen an, allerdings sieht man auch beide Seiten. Während der eine Genexperimente bevorzugt, wollen die anderen die humane Seite des Grundgesetzes achten und so ergibt sich ein Bruderkrieg auf fremder Welt. 
Das Böse (Dr. Joohst, Morrister) ist natürlich besonders böse und die andere Seite besonders gut und heldenhaft. Aber das stört wenig und passt zur Geschichte, die spannend erzählt ist, immer wieder interessante Wendungen hat.
Der Roman hat mir gut gefallen und zusätzlich gab es in dem Zaubermond Band (kostete schlappe 3 Euro, http://www.zaubermond.de/buecher/perry- ... stien.html) Hintergrundinfos zum Autor bzw. wurde die Geschichte von einer Verwechslung mit einem anderen Autor berichtet. 
Ich denke, demnächst lese ich die zweite Geschichte in dem Band und hoffe, sie ist ebenfalls unterhaltsam. Sehr schöne SF Action.



7.) ein Buch, dessen Handlung - zumindest teilweise - mehr als 1000 Jahre in der Zukunft spielt



Das Buch, das 1000 Jahre in der Zukunft spielt, welches ich gewählt habe, ist persönlich eine Reise in die Vergangenheit. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal eine Perry Rhodan gelesen habe, die Posbis waren mir aber noch präsent. Aufstand der Posbis ist ein Taschenbuch von Peter Terrid und erschien ursprünglich 1978:

Es beginnt auf einer Wüstenwelt, eine Mischung aus dem Raumhafen von Krieg der Sterne und einem Basar. Gerade dort sieht man das Faible des Autors für Fantasy. Eine Agentengeschichte, die irgendwann auch mal Fahrt aufnimmt und am Ende geht es um die Rettung der Menschheit. Teilweise nur bedingt logisch (was die durchaus sympathische Agentin geplant hat, lassen wir mal unter den Tisch fallen), aber sehr amüsant und nach etwas zähem Beginn auch spannend und unterhaltsam. Der Autor hat ein Faible für gutes Essen, zumindest gönnt er seinen Protagonisten immer was.
Ich denke, ich hatte den Roman damals (1985) schon mal gelesen, so ganz sicher bin ich mir aber nicht.






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