Dienstag, 3. August 2021

David Henry Keller

 David H. Keller ist ein amerikanischer Autor:

1928 war eine erste Erzählung Kellers in Hugo Gernsbacks Magazin Amazing Stories erschienen und Keller wurde ein regelmäßiger Autor von Amazing Stories und Weird Tales. Anders als die, was die technische Entwicklung betrifft, durchaus optimistisch gestimmten zeitgenössischen SF-Kollegen, war Kellers Perspektive eher konservativ-pessimistisch. Das zeigt sich schon in Kellers erster Erzählung The Revolt of the Pedestrians, in dem die Beine der hypermobilisierten Amerikaner der Zukunft atrophiert und „Fußgänger“ eine Klasse verfolgter und verachteter Vogelfreier geworden sind. Diese rächen sich, indem sie die Elektrizitätsversorgung sabotieren, woraufhin die Automobilkultur und mit ihr die Automobilisten dem Untergang geweiht sind. Bei Keller bekommt nämlich, wer die Gefahren der Technik missachtet, nicht etwa nur – eventuell lösbare – Probleme, sondern wird ausgelöscht. Man hat Keller als typischen Vertreter der Gernsback-Jahre der Science-Fiction charakterisiert, insofern der Sense of Wonder das wesentliche Element war, während eine logische und konsistente Ausgestaltung einer Annahme („Was wäre, wenn …“) demgegenüber nachrangig war.


Keller wird heute zwar hauptsächlich als SF-Autor gesehen, seine Horrorerzählungen sind aber durchaus bemerkenswert und weniger verstaubt als seine SF. Beispielsweise wurde seine Erzählung The Thing in the Cellar (1932, deutsch als Da unten ist nichts!) über 30 mal anthologisiert und nachgedruckt und mehrfach übersetzt. Diese Weird Fiction Kellers war es wohl auch, die ihm in Frankreich die Anhängerschaft von Regis Messac erwarb, der dort Erzählungen Kellers in der Zeitschrift Les Primaires veröffentlichte.[1][2] Eine Auswahl von Kellers Horrorerzählungen erschien 2015 gesammelt in The Golden Age of Weird Fiction Megapack: Volume 5. Keller gehörte auch zu den frühen Bewunderern von H. P. LovecraftSam Moskowitz zufolge soll ein Darlehen Kellers einmal den Lovecraft-Verlag Arkham House vor dem Bankrott gerettet haben.[3]

Quelle


Seine bisherigen deutschsprachigen Veröffentlichungen, siehe Christian Pree:

The revolt of the pedestrians (1928) / Die Revolution der Fußgänger in Von Wells bis Stapledon 

The Worm (1929) / Es kommt in Zwielicht 16

The flying fool (1929) / Der fliegende Narr in Titan 17 

A Piece of Linoleum (1933) / Ein klarer Fall von Selbstmord in Ein Totenschädel aus Zucker 

Tiger Car (1937) / Tiger-Katze in Die Gewerkschaft der Gespenster 

The Thirty and One (1938) / Die tapferen Einunddreißig in Sagenwelt der Fantasy 

Heredity (1947) / Eine anständige Familie / Erbanlagen  in Eine Braut fürs Jenseits / Vampire

In Memoriam (1962) / Ein Totenschädel zur Erinnerung in Rendezvous mit dem Würgeengel 

The Thing in the Cellar (1952) / Das Ding im Keller / Da unten ist nichts! in Das zweite Buch des HorrorsDie graue Madonna 

Zigaretten-Charakterisierungen in Der geflügelte Tod


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