Montag, 10. Dezember 2012

Pflicht erfüllt

7 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen. 18:18 Tore, Tabellenplatz 7. Das ist die nackte Bilanz des Hamburger Sport Vereins nach 16 Spieltagen der aktuellen Bundesligasaison. Was abgesehen von der Tabellenplatzierung durchschnittlich aussieht, ist alles in allem sehr bemerkenswert.


Die Saison fing schlimm an. Aus im DFB Pokal gegen Karlsruhe, ein Nachwuchskicker, der nächstes Jahr beim HSV spielt, schoss die Mannschaft im Umbruch ab. Dazu kam die Auftaktniederlage im eigenen Stadion gegen Nürnberg, in Bremen sah es nicht besser aus. Der Sommerschlussverkauf sollte retten, doch auch in Frankfurt wurde verloren. Immerhin schoss der HSV seine ersten Tore, immerhin spielte er stark.


Danach geschah das Wunder. Dortmund hatte ein Torschussverhältnis von 21:6, der HSV aber gewann 3:2, startete eine Aufholjagd mit vier niederlagenlosen Spielen, fiel aber auch in ein Zwischentief.

Alles sah nach einer weiterhin verkorksten Saison aus, als der HSV in Düsseldorf sang- und klanglos unterging. Immer wenn die Mannschaft das Spiel machen musste, ging sie baden. Zusätzlich fiel van der Vaart aus und wenig später auch Jansen, gefolgt von diversen Verletzungen und Sperren.

Doch was macht der HSV und Trainer Fink? Endlich wird das Spielsystem umgestellt. Die Raute nicht nur im Herzen sondern auch auf dem Platz. Außerdem ein zweiter Stürmer.

Dazu kam, dass diverse Problemfälle sich stabilisiert haben, sich durch ihre Tiefs kämpften und allem Anschein nach auf dem Weg zur internationalen Spitze sind. Vorne weg nenne ich da Diekmeier und Mancienne, die viel Sicherheit in die Defensive gebracht haben. Der Rechtsverteidiger spielte zuletzt auch wieder mehr nach vorne und erzielte eine Torvorlage.

Zwei Tore erzielte der vielgescholtene Rudnevs. Sechs Tore für jemand, dem man die Fußballkunst absprach. Nun, so viele Buden machte Filigrantechniker Guerrero höchstens Mal in der ganzen Saison.

Eine weitere Überraschung ist der Norweger Skjelbred, schon verkauft, ist er im Moment der Leistungsträger.

Ich gebe zu, ich war nie ein Fan von Trainer Fink. Aber so wie es aussieht, muss ich meine Meinung revidieren. Wie von langer Hand geplant, hat er die einzelnen Spieler in Ruhe reifen lassen, ihnen hier und da eine Pause verordnet, insgesamt aber eine Truppe geformt, bei denen selbst eine ganze Latte an Ausfällen kompensiert werden konnte. Respekt!

Am Wochenende die Kür im Auswärtsspiel gegen Leverkusen. Ich rechne mit nichts, aber wer weiß, zuletzt waren die Überraschungen ja fast schon programmatisch.

Die Hinrunde gehört auf jeden Fall zum Aufreibendsten, was der HSV in seiner Geschichte zu bieten hat, da ist alles drin, was ein guter Krimi braucht.

Für die Rückrunde wünsche ich mir aber einfach ein langweiligeres Programm. Einen HSV, der gefestigt und mit Nachdruck, den Weg nach oben sucht. Und sich von Rückschlägen einfach nicht beeindrucken lässt.

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