Montag, 10. Dezember 2012

Rote Linien


Jedes Jahr findet die Wahl der Wörter statt. Das Wort des Jahres, das Jugendwort des Jahres und das Unwort des Jahres.

Da will ich nicht fehlen. Mein Unwort des Jahres lautet ROTE LINIEN. Ursprünglich bedeutete es, bis hierhin und nicht weiter. Doch was nützen Grenzen, wenn sie immer wieder überschritten werden und wenn der Grenzzieher sie jederzeit wieder neu zeichnet. Ganz Berlin ist voller ROTER LINIEN, so oft wurde dieser Begriff benutzt. Und wir wissen jetzt auch, warum das Rote Meer heißt wie es heißt. Die ROTER LINIEN färben es.

Letzte Woche schaffte es die Süddeutsche Zeitung, diesen Begriff fünf Mal auf zwei Seiten zu verwenden, die Konkurrenz ist ebenso inflationär.

Also liebe Leute. ROTER LINIEN heißt in Wirklichkeit nix anderes, als das ihr jetzt Acht geben müsst, wir simulieren Widerstand, aber der Kern dessen ist noch weit entfernt.

Schade, somit hat unsere schnelllebige Zeit es geschafft, dass einem dieser Begriff schon nach weniger als einem Jahr aus den Ohren herausquillt. Hoffen wir, dass die ROTER LINIEN auch bald wieder zu Grabe getragen werden. Ich kann diesen Begriff auf jeden Fall nicht mehr hören.

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