Thomas schenkt seiner Frau Esther zum Geburtstag eine Statue. Plötzlich
wird diese lebendig und schlägt ihn bewusstlos. Als er erwacht, sind
seine Frau und die Statue verschwunden. Er macht sich auf die Suche. Ein
Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Leseprobe:
Harry bekam langsam
das große Zittern. Auf was hatte er sich da eingelassen? Seine Mutter
hatte ihm doch immer geraten, vorsichtig zu sein, doch wann hatte er
jemals auf sie gehört?
Nie, das war schon in frühester Kindheit so gewesen, wieso sollte sich das im Erwachsenenleben ändern?
Statt
sich in der Schule auf die Hinterbeine zu setzten, war er immer der
Störenfried gewesen. So hatte er mit seinem Hauptschulabschluss auch
nicht viel zu Stande gebracht. Zwei abgebrochene Lehren und eine
unüberschaubare Anzahl an Gelegenheitsjobs.
Dann kam dieses
lukrative Angebot, als Fahrer zu arbeiten. Er machte sich nichts vor,
sein Auftraggeber war kein ehrlicher Geschäftsmann, ganz im Gegenteil.
Doch Harrys Moral nahm keinen hohen Stellenwert in seiner Persönlichkeit
ein, er verdiente auf leichte Weise einen ganz schönen Batzen Geld.
Außerdem tat er selten etwas Unrechtes. In der Regel war er nur der
Fahrer, die wenigen Male, als er bei einer Unterhaltung assistierte,
hatte er einen morbiden Spaß empfunden. Ein gutes Ventil für die
aufgestauten Aggressionen.
Doch im Moment war ihm ganz anders zumute.
Ein ungutes Gefühl hatte sich seiner bemächtigt. Er schaute sich um.
Das Industriegebiet lag einsam und verlassen da, nicht ein Auto verirrte
sich in diese Gegend. Es war schon gegen Zehn und die Dunkelheit wurde
nur von den Straßenlaternen erleuchtet. Harry verstand seine Unruhe
nicht, er war alles andere als ein ängstlicher Typ.
Er beschloss,
sich die Füße zu vertreten. Er stieg aus dem dunkelgrauen Mercedes und
zündete sich eine Zigarette an. Sein Chef mochte es nicht wenn er
rauchte und konnte ziemlich unangenehm werden, wenn man sich nicht an
seine Regeln hielt.
Harry ging ein Stück die breite Straße lang,
während er nervös an seiner Zigarette zog. Er hatte Zeit. Das Treffen
seines Chefs würde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, das war sicher.
Sein
Chef traf sich mit der Frau seines größten Konkurrenten, und diese
bestand immer auf ungewöhnliche Liebesnester. Was sie daran fand, es in
der Rohkarosse eines Autos zu treiben, blieb ihm schleierhaft. Genauso
wie die Motivation seines Chefs. Die Frau war weder besonders attraktiv,
noch fand er die ganze Konstellation besonders schlau. Aber das dachte
er nur bei sich, er hielt seine Gedanken vor seinem Chef verborgen. Es
waren schon Leute aus ganz anderen Gründen vom Leben in den Tod
befördert worden.
Harry fluchte. Er sollte einfach weniger Kaffee
trinken, er hatte das Gefühl, für jede Tasse die er trank, musste er
einmal austreten gehen. Er schaute sich um. Dort hinten ist ein schönes,
dunkles Eckchen, dort konnte er ungestört Wasser lassen. In der
Beziehung war er etwas Eigen, scheinbar war die Erziehung seiner Mutter
doch nicht spurlos an ihm vorbei gegangen.
Er sah etwas Silbernes
aufblitzten. Sofort nahm er Habachtstellung an, doch scheinbar hatte er
sich getäuscht. Er vergewisserte sich, dass die Pistole im
Schulterhalfter war. Zwar hatte er sie noch nie benutzt, doch gab sie
ihm ein Gefühl der Sicherheit. Er ging weiter.
Endlich konnte er sich
erleichtern, ein immer wieder angenehmes Gefühl, wenn der Druck
nachließ. Plötzlich traf ihn ein Schlag von hinten. Sauerei, dacht er,
als der Urinstrahl über seine Hose glitt, erst dann nahm er den Schmerz
in seinem Hinterkopf war. Er drehte sich so schnell es ging herum, und
griff gleichzeitig nach seiner Waffe.
Bis Ende des Monats zum Vorzugspreis. Das Cover ist aus der Schmiede von Lothar Bauer.

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