Donnerstag, 30. August 2012

Jean-Christophe Grange : Der steinerne Kreis




Der Franzose Jean-Christophe Grange, Bestsellerautor, machte sich schon mit seinen ersten beiden Romanen „Der Flug der Störche“ und „Die purpurnen Flüsse“ einen Namen. Der 61 in Paris geborene Franzose steht für ungewöhnliche Gänsehautromane. Wie auch der vorliegende Roman beweißt.



Diane Thielberg, Tierforscherin, adoptiert einen kleinen Jungen aus Indonesien. Sie selbst ist nicht in der Lage, Kinder auf die Welt zu bringen. Seit einem Vorfall als 14jährige, in der ihr Gewalt angetan wurde, meidet sie den körperlichen Kontakt zu Männern.


Doch das Mutterglück dauert nicht allzu lange. Diane besucht mitsamt Lucien ihre Mutter. Auf der Rückfahrt wird sie in einen Unfall verwickelt. Ein LkW, wie sich später herausstellt ist der Fahrer eingeschlafen, schleudert genau vor ihr über die Fahrbahn. Als Diane wieder zu sich kommt, ist es zu spät. Ihr Adoptivsohn Lucien liegt in einem Koma, ein Schädeltrauma. Im Pariser Krankenhaus tun die Ärzte ihr Bestes, um den Jungen zu retten.

Doch ihre Bemühungen scheinen vergebens, es ist nur noch eine Frage von Stunden, bis der Junge stirbt. Diane ist am Boden zerstört. Ihr Leben liegt in Trümmern.

Da taucht ein deutscher Professor auf. Rolf van Kaen ist Spezialist auf dem gebiet der Akupunktur. Er rät Diane, den Weg der Schulmedizin zu verlassen und sich auf diesen alternativen Heilweg einzulassen, um das Leben des Kindes zu retten.

Diane ist durch und durch Wissenschaftler. Französische Meisterin im Shaolin-Boxen, hat sie immer die dazugehörigen philosophischen Lehren abgelehnt, die Erfolge bestätigten ihre Einstellung. Doch jetzt ist sie am Scheideweg ihres Lebens.

Und entscheidet sich für ihren Sohn. Rolf van Kaen führt seine Behandlung durch. Und diese zeigt Wirkung. Lucien erholt sich.

Doch kurz darauf wird Rolf van Kaen ermordet. Und die Mordart spricht für einen Ritualmord. Die Ereignisse überschlagen sich.



Ohne zuviel zu verraten : Der weiter Handlungsverlauf führt in die Sowjetunion, erzählt von lange zurückliegenden Ereignissen 1968. Er führt auch an das scheinbare Ende der Welt, in die Mongolei, nahe der sibirischen Grenzen. Aber es ist auch eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele.



Die Ereignisse überschlagen sich. Der Franzose Grange zeichnet ein düsteres Szenario, aber ein wohl durchdachtes. Ein kriminalistisches Puzzle, das seinesgleichen sucht. Gewürzt wird das Ganze mit der Frage Wissenschaftsgläubigkeit oder Parapsychologie. Ein wahres Spiel mit dem Wechsel zwischen Glauben und Wissen. Nicht umsonst taucht auf einmal ein Kernfusionsreaktor auf, andererseits die Schamanen des Turkmongolischen Volk der Tsewenen.



Fazit : Ein wahrlich rasanter Roman, komplex, liebevoll, düster. Ein Wechselspiel von Technik und Tradition. Und somit ein unbedingtes Muss für jeden Liebhaber mystischer gruseliger Romane. Garniert mit rasanter Action in einem sehr spannenden Spionageszenario.

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