Mittwoch, 30. August 2017

Holywooder SV


Die Saison 2017/2018 des HSV startet furios, das muss man sagen. Der HSV gewinnt keines der Vorbereitungsspiele (Ausnahme das Aufeinandertreffen mit Amateurmannschaften). Die erste Pokalrunde geht in Osnabrück in die Hose und der HSV verliert in Überzahl mit 3:1.
Entsprechend kommen die Nebengeräusche. Die Medien stürzen sich mit Inbrunst auf den HSV, fast ist man geneigt zu meinen, Schalke 04 hat seinen Spielbericht eingestellt.

Der HSV ist am Ende. Die Mannschaft nicht bundesligatauglich, die Luschen bleiben immer hängen und der Untergang ist nah. HSV Sponsor Kühne tritt in jedes Fettnäpfchen das man ihm hinstellt und so ist der Hollywooder SV nicht nur das Gespött von Fußballdeutschland, sondern auch Schlagzeilengenerierer des Boulevard. Passenderweise ist Ex-HSV Star Raffael van der Vaart in Dänemark zu leicht (oder schwer?) für die 1. Mannschaft befunden geworden und wurde in die Reserve verbannt.


Der bange HSV Fan fragt sich schon ob es noch schlimmer kommen kann?

1. Spieltag, Heimspiel gegen Augsburg mit Ex-HSVer Gregoritsch. Der HSV führt schnell 1:0, Torschütze Müller, dem Wechselabsichten zu Wolfsburg und Schalke nachgesagt wurden, verletzt sich beim Jubeln.
Es bleibt beim 1:0, doch nicht nur der 7-Monate Ausfall von Müller bleibt negativ hängen. Der Boulevard schießt weiter scharf gegen den HSV und findet auch jedes noch so kleine Haar in der Suppe. Immerhin, die Hamburger Morgenpost verspricht eine Woche nur rosarote Meldungen, wenn...ja, wenn der HSV Interimstabellenführer wird.

Dafür wird ein Unentschieden in Köln gebraucht, dann ist man mit dem Freitagsspiel bis Samstag 15:30 Uhr Tabellenführer. Wenn auch immer ein solch temporärer Titel nützt, den HSV motiviert es augenscheinlich.
Köln stürmt, belagert den HSV wie eine mittelalterliche Burg und was passiert? Der HSV führt, Millioneneinkauf Hahn, der Kampf-Hahn wie der Boulevard titelt, kämpft und haut den Ball aus der Distanz in die Maschen. Köln stürmt weiter und der HSV macht das 2:0. Surfbrettstürmer Wood erzielt auf Pass von Waldschmidt das nächste Tor und in Müngersdorf werden die Gesichter länger und länger. Das beim HSV Hunt früh ausfällt, ist zwar noch Thema, aber kein großes. Das der Schiedsrichter der Partie verletzt ausscheidet und sein Ersatz den Ex-Kölner Mavraj vom Platz stellt, schon eher. Das Spiel bleibt spannend und in 90.+2 Minute erzielt Köln das 1:2, bei 90.+10 Minute Holtby das 3:1. Was natürlich hängen bleibt ist nur bedingt der HSV Sieg, interessanter war das griechische Drama. Papadopulus schwalbt und der Boulevard seufzt entzückt. Das Thema für die nächsten Tage ist gefunden, der Hollywooder SV wieder am Gipfel der Schauspielkunst.


Der HSV bleibt Interimstabellenführer bis Samstag Sechszehnuhrpaarunddreißig, dann sorgt Lewandowski dafür, das Bayern vorbeizieht.
Letztendlich landet der HSV als Tabellendritter in der Länderspielpause. Zwar hat man eher schlecht gespielt, aber das ist auch dem erfolgreichen Fußball der Vorgänger geschuldet. So gewannen Mainz, Köln, Frankfurt, Freiburg oder Augsburg viele ihrer Spiele. Jetzt auch der HSV.


Ob er in der oberen Tabellenhälfte bleiben wird? Der Fußballboulevard kommentiert hämisch, wohl kaum, und dürfte damit recht behalten. Aber der HSV wäre nicht der HSV wenn er nicht für eine Überraschung gut wäre. Nur für welche, das wird erst der weitere Saisonverlauf zeigen.
Wir sind gespannt und vielleicht drehen sich die Schlagzeilen auch mal wieder vermehrt um das Fußballspiel selbst. Auch wenn dazu die Vorstellungskraft des Verfassers dieser Zeilen nicht ausreicht.


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