Samstag, 23. April 2011

Judas Priest – Angel of Retribution

So, jetzt nenne ich sie auch mein eigen, Judas Priest – Angel of Retribution. Und es wurde ja um Meinung gebeten,
Sind die Metal Gods zurückgekehrt?
Nach dem ersten Anhören fällt das Urteil zwiespältig aus. Bekanntes und weniger Bekanntes, ein Spagat zwischen Neuem und Tradition, doch insgesamt wirkt das ganze wie mit angezogener Handbremse. Es fehlt eindeutig die Energie der Wilden Jahre.

Doch bleibt ein Lied im Ohr und so höre ich die Scheibe ein zweites, ein drittes und ein viertes Mal. Und immer mehr erkenne ich die Power der Platte, die nur auf den ersten Blick gemäßigt daher kommt.
„Judas Rising“ ist eine typische Priestnummer und damit ein guter Opener. „Deal with the Devil“ kann ebenso wie „Revolution“ überzeugen, letzteres braucht aber drei Anläufe, bevor mein Ohr es gerne aufnimmt, will dann aber immer wieder von alleine erklingen.
„Worth Fighting For“ wirkt deplaziert und passt so gar nicht zu Priest. Aber ich werde es beobachten, der Song gefielt mir mit zunehmender Häufigkeit immer besser. Anfangs fand ich ihn dagegen ziemlich zum Kotzen.
„Demonizer“ und „Wheels Of Fire“ wissen ebenfalls zu gefallen, während die Single “Angel” überflüssig erscheint und nicht gefällt – mir gefiel schon Ozzys Nummer 1 Hit nicht, das war die grundsätzlich gleiche Richtung.
Dann kommt der Höhepunkt des Albums. „Hellrider“ ist eine Hymne, die mit Sicherheit zu den besten Songs von JP gehört. Powervoll, eingängig, mächtig. Reinhören und genießen.
Danach kommt die Ballade „Eulogy“, die im Gegensatz zu „Angel“ zu gefallen weiß und an „Last Rose of Summer“ vom „Sin After Sin“ Album erinnert. Aber bisher ist mein Balladenfavorit immer noch „Before The Dawn“ vom „Killing Machine“ Album.
Abschluss der Platte ist „Lochness“, ein langes getragenes Stück, welches mir beim ersten Hören eher auf die Nerven ging, aber – auch wenn ich mich da wiederhole – immer besser gefällt.
Insgesamt ist „Angel of Retribution“ ein gelungenes Comeback und ein würdiger Nachfolger für das 90er „Painkiller“ Album. Stellenweise merkt man das Alter der Recken, „Angel of Retribution“ kommt weniger dreckig, weniger frech daher. Erinnert mich irgendwie an „Ram it Down“, obwohl die Platten stilistisch und musikalisch vollkommen unterschiedlich sind.

„Angel“ ist eine neue Judas Priest Scheibe, die zwar typisch Priest ist, aber auch typisch anders, wie jede Priest vorher es auch war. Klasse! Da fühlt man sich fast wieder jung!

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