Freitag, 7. Oktober 2016

Empfehlung des Monats - Jenseits des Rheins

Erik Hauser – Jenseits des Rheins

Hardcover DIN A5, 328 Seiten, EUR 19,90
AGIRO Verlag, ISBN 978-3-939233-64-0

Verlagsinfo:
Jenseits des Rheins liegt ein kleines Dorf in der Kurpfalz. Seltsame Dinge ereignen sich dort hinter der Fassade der scheinbaren Wohlanständigkeit.
Ein Metzger führt gegen einen Konkurrenten einen erbitterten Kleinkrieg, der ein überraschendes Ende findet, besorgte Bewohner sichten in den Rheinauen ein merkwürdiges, halb menschliches, halb tierisches Wesen, und eine alte Tante, die einfach nicht sterben will, bereitet ihrer Familie Kopfzerbrechen …
Bei den Erzählungen dieses Sammelbandes kommen Liebhaber des Bizarren und Düster-Unheimlichen voll auf ihre Kosten.

Der in Brühl bei Heidelberg wohnende Erik Hauser hat sich in der Szene bereits einen Ruf als Autor makabrer, fantastischer Geschichten und Krimis voller ironischer Wendungen und Überraschungen erworben. „Jenseits des Rheins“ vereinigt einige seiner besten und erfolgreichsten Erzählungen mit vielen neuen, die hier als Erstveröffentlichung erscheinen.

Rezension:
Drei Geschichten sind Nachdrucke.
Mein Onkel Stanislaus erschien in Zwielicht 4 
Der geschlossene Kreis erschien in Ab18! 
Mädchen, Monster, Modigliani erschien in  Zwielicht 5

Alle anderen Geschichten sind Erstveröffentlichungen. Jeder Geschichte wird eine Vignette vorangestellt, die als Einstimmung zur Geschichte dient und dazu kommt eine (Zeugenaussage), die den Band abrundet.
Es handelt sich um ein gebundenes Buch mit Lesebändchen, angenehmen Satz, gut verarbeitet und weißem Papier.
Das Titelbild wirkt ein wenig nichtssagend, passt mit dem Motiv der Rheinaue aber gut zum Inhalt.
Die Geschichten könnte man als Regionalhorror bezeichnen, alle spielen in oder um Brühl. Das ist aber nicht der einzige regionale Bezug. Geschichten, die statt in einer amerikanischen Kleinstadt in einer deutschen spielen, gibt es ja zu Hauf. Erik Hauser Geschichten sind aber wirklich deutsch, atmen das ländliche Spießbürgertum, nehmen auch genau diese deutsche Muffigkeit auf die Schippe, sind aber trotzdem auf der Höhe der Zeit.
Die Geschichten heißen dann auch Onkel Herberts große Stunde oder Tante Theas langer Abschied. Die Verwandtschaft und der jugendliche ICH- Erzähler stehen dann auch meist im Mittelpunkt des Geschehens, und treffen in der Provinz auf die Schrecken des Horrorgenres. Werwölfe, Vampire, Monster oder Druiden, Erik Hauser verbindet die unheimliche Literatur mit Geschichten aus dem Alltag und das gelingt vorzüglich. Immer mit einer heiteren Note berichtet er von Tante Thea, die scheinbar ewig stirbt, während um sie herum ihre Nächsten aus dem Leben scheidet. In Ohne Fleisch kein Preis setzt sich Erik Hauser nicht nur mit dem Umbruch des Einzelhandels auseinander, sondern bringt diesen auch in Verbindung mit E.A. Poe und einem düstern Katzendämon.
Wer gerne auch die humorvolle Seite der unheimlichen Literatur mag, sollte bei diesem Buch auf jeden Fall zugreifen. Die Vorstellung, selbst solch absonderliche Gestalten in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft zu haben, beflügelt die eigene Phantasie und lässt manche Menschen in anderem Licht erscheinen.

Fazit:
Ein erheiternder Ritt durch die Kurpfalz, die manch überraschenden Schrecken bereithält und am Ende ist man fast enttäuscht, das Buch zur Seite legen zu müssen und es verlangt einem nach weiterem Lesestoff aus der Feder von Erik Hauser.

Sehr empfehlenswert!


Dementsprechend habe ich Jenseits des Rheins in meine Liste empfehlenswerter Storysammlungen aufgenommen.

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