Mittwoch, 24. März 2021

Robert Crais - Die schwarze Welt des Elvis Cole


 Robert Crais debütierte mit Die gefährlichen Wege des Elvis Cole (1987 The Monkeys Raincoat). Ermittler Cole und sein Partner Joe Pike sind ehemalige Vietnam Veteranen und sind typische Privatermittler. Die schwarze Welt des Elvis Cole (1989 Stalking the Angel) erschien in Basteis berühmter Schwarzen Serie.

Das Hagakure wird gestohlen und der Geschäftsmann Bradley Warren und seine rechte Hand Jilian Becker tauchen bei Cole auf und wollen ihn engagieren. Warren ist der typisch-großkotzige Unsympath, und so will Cole den Job erst nicht annehmen, macht es aber doch. Er inspiziert den Tatort und lernt die mannstolle Sheila Warren kennen, Ehefrau und Vernichter aller Vorräte häuslichen Alkohols. Sie rückt ihm nahe, aber das macht sie wohl bei der Mehrzahl der männlichen Vertreter unserer Rasse. Die sechzehnjährige Tochter Mimi dagegen wirkt wie abwesend und ist schwer zugänglich.

Cole ermittelt und stößt auf einen japanischen Händler von gestohlenen Kostbarkeiten, auf eine Spezialeinheit der Asia Cops und auf die Yakuza. Doch das Hagakure bleibt wie vom Erdboden verschwunden. Als die Warrens bedroht werden und ihnen nahe gelegt wird, die Suche abzubrechen, kommt Fahrt in die Ermittlungen auf. Bei einer Ehrung von Bradley Warren wird seine Tochter entführt. Cole wird entlassen, beschließt aber, die Ermittlungen auf eigene Faust fortzusetzen. Und was er dann aufdeckt ist leider schlimm.

Wer den Roman noch lesen will, sollte hier aufhören zu lesen. Der Roman ist außergewöhnlich gut, lebt aber natürlich auch von seinem Aufbau. Also  den Roman lesen und erst danach hier weiterlesen.

Cole löst seine Fälle meist durch Beschattung und so auch hier. Er folgt dem Yakuza Eddie und findet Mimi. Doch die Kleine ist quietschfidel und als mit ihr sprechen kann, stellt sich raus, sie wurde nicht entführt, sondern ist weggelaufen. Auch das Hagakure wurde nicht wirklich gestohlen. Sie hat es mitgehen lassen. Mimi berichtet, dass ihr Vater sie sexuell missbraucht hat und tatsächlich hat Cole im Laufe der Ermittlungen Hinweise gefunden, die darauf hindeuten. Das Mädchen hat glühende Zigaretten auf sich ausgedrückt um sich selbst Schmerz zuzuführen. Sie ist zum Künstler Asano und seine Graue Armee geflüchtet und Cole überredet sie, zurück zu kommen und eine Therapie zu beginnen. Eine Therapie, die auch den Vater betrifft.

Am nächsten Tag will er sie abholen, aber weder Bradley Warren, noch Mimi sind zu erreichen. Sie wollten sich treffen, Cole eilt hin und trifft genau dann ein, als Mimi ihren Vater erschießt. Das Mädchen flüchtet, aber wiederum stöbert Cole sie in tagelanger Beschattung auf. Zusammen mit Pike räumen sie die Yakuza auf und nehmen das Mädchen mit. Am Ende bleibt unklar, ob Bradley seine Tochter wirklich sexuell missbraucht hat, oder ob Mimi das nur behauptet hat. Definitiv war die Familiensituation Gift für Mimi. Und Elvis Cole weiß am Ende nicht, ob er richtig gehandelt hat oder ob er einer falschen Gerechtigkeit nachgejagt ist. Dagegen ist Joe Pike mit sich im Reinen. Er hat nicht nur das Hagakure gelesen, sondern als Konsequenz auch erkannt, dass Yakuza Eddie, der sich in das Mädchen verliebt hat, am Ende der Tod als einfachstes Schicksal ereilt, denn der ist Gefangen im Ehrenkodex der Samurai und seiner Liebe am Ende auf jeden Fall irgendwem untreu.

Tiefsinniger und spannender Krimi der Extraklasse. War Die gefährlichen Wege des Elvis Cole, übertrifft Die schwarze Welt des Elvis Cole  das noch einmal. Unbedingt lesen.


Meine Krimi-Rezensionen

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Phantastische Neuigkeiten 12.05.21

„ Teufelstaler “ ist ein gelungener historischer Kriminalroman mit einem ordentlichen Gruselfaktor, eine Geschichte die eng bei den einfache...