Montag, 13. Juli 2020

Adam Hülseweh - Klunga und die Ghule von Köln

Verlagsangabe:
Vergiss alles, was du bislang über Ghule zu wissen glaubtest! Brutal und geistlos nach Menschenfleisch geifernd? – Die infame, jahrhundertelange Verleumdung mittels Vampir-Propaganda wirkt bis heute. Lerne die unterschätzten, gewitzten und schrägen »Geier des Menschenreichs« ganz neu kennen, denn sie sind wahre Meister darin, den Frieden einer Stadt zu wahren. So ringt Klunga, graue Eminenz und ältester Ghul Kölns, hinter den Kulissen um das Wohl der Stadt, damit sie nicht wieder unter die Kontrolle der skrupellosen Blutsauger gerät, die die Colonia von der Römerzeit bis zu den Fünfzigerjahren mit eisernem Biss, äh, Griff regierten. Selbst wenn das erfordert, Menschen einen Einblick in die verborgene Welt der Ghule, Trolle und Troglodyten zu gewähren.




Meinung:
Keine Ahnung was ich von Klunga und die Ghule von Köln erwartet habe, es wurde nicht erfüllt und das war gut so.
Wer hinter Adam Hülseweh steckt, erfahrt ihr in dem Interview mit Ina Elbracht und auch Wissenswertes von Klunga.
Das Buch selbst ist über epubli erschienen, das Copyright hat SCHMALZ und der Satz des Buches ist erstklassig und die Illustrationen von Daniel Bechthold einfach stimmungsvoll. Insgesamt hat das fast schon was von einem Comic, wenn auch der Text weit im Vordergrund steht.

Der Roman spielt fast überwiegend in Köln, im Zeitrahmen von 2009 bis zurück zum Jahr 64 als Klunga zum Ghul wurde.
Es geht um Vampire, die durch Ghule wurden, was sie sind und die Ghule dann zu ihren Sklaven machten. Es geht darum, das Stärke nicht immer was offensichtliches ist und der, der am letzten lacht, lacht am lautesten. Macht ist keine Sache von Muskeln und von offensichtlicher Stärke.

Köln als Schauplatz über die Jahrhunderte, das ist sehr stimmungsvoll und wird dieser ruhmreichen Stadt gerecht. Die Ghule selbst sind nicht das was man erwartet. Überhaupt, wer einen spannenden Horrorroman erwartet, wird eher enttäuscht sein.
Ein historischer phantastischer Roman mit viel Lokalkolorit, der eher literarisch daher kommt, dessen verschiedene Figuren mal liebevoll, mal skurril oder gar absurd sind. Ein ehemaliger Hitlerjunge oder auch ein Ghul, der Mitglied einer Punkband ist, das ist viel Situationskomik, zeigt die Lust am Fabulieren der Verfasser, und ist auf jeden Fall lesenswert, man darf nur nicht mit den falschen Voraussetzungen an die Lektüre gehen.
Der Roman hätte auch gut zu einer Publikumsverlagsveröffentlichung  gepasst, keine Ahnung, warum da niemand zugegriffen hat. Den Fehler solltet ihr als Leser nicht machen. Klunga ist einfach herrlich schräg, unterhaltsam und am Ende kann man sich vorstellen, das es von dem Herrn Klunga, dem heimlichen Herrn von Köln noch mehr zu berichten gibt. 

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