Montag, 22. Februar 2021

Hannes Kempp - Der Spion der Sahara (Bastei Kriminal-Roman 70)

 

Hans Walter Kappler schrieb unter verschiedenen Pseudonymen Groschenromane wie Western, Abenteuer oder den vorliegenden Roman, hier unter dem Namen Hannes Kempp. Der vorliegende Roman hat 56 Seiten, erschien 1954 und kostete 70 Pfennige. Im Filmteil wird Straßenserenade vorgestellt, ein deutscher Musik-Spielfilm in Schwarzweiß aus dem Jahr 1953 von Werner Jacobs. Sänger Vico Torriani ist auf der Rückseite abgebildet.


Melilla ist das Zentrum der Spanier während des Rifkriegs. Der deutsche Jens Budde und sein norwegischer Freund Svensenarbeiten für den Nachrichtendienst der Spanier im Auftrag Oberst Douvonez. In den Truppen befindet sich ein Spion, der sogenannte Sahara Spion, der den Aufständigen Rifkabylen Informationen bereitstellt und so die Spanier ins Hintertreffen bringt. Das ist die militärisch-politische Seite des Romans.

Andererseits gibt es zwei wunderschöne Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Da das Halbblut Merimah, Tochter einer Marokkanerin und eines Europäers, dort die Tochter des Konsuls, Charmaine Duclos, eine Französin. Beide sind dem blonden Budde sehr zugetan.

Als der Sohn Douvonez, der den Ehrgeiz hat, Dienstgrade zu überspringen und Major zu werden, in die Sahara vordringt, um die Aufständigen zu besiegen, fällt ihm Merimah in die Hände und er beschuldigt sie als Sahara Spion.
Budde verteidigt sie, befreit sie und es kommt zu einer wahren Schlacht auf juristischem, aber auch politischem Wege. 

Am Ende scheint Merimah exekutiert und Hisque Douvonez wird als Spion entlarvt. Dieser flieht und stirbt im Sandsturm der Sahara. Merimah dagegen wurde von einem treuen Militär gerettet, denn Oberst Douvonez ist ihr Vater.

Eine Reise in die Vergangenheit, ein Krimi, der auch Abenteuerroman ist. Insgesamt ein wenig steif erzählt, gerade am Anfang ist es sehr zäh, aber alles in allem eine interessante und lesenswerte Geschichte über die Zeit des Rifkriegs. Ob der Roman eine Erstveröffentlichung ist oder ein Nachdruck einer Vorkriegsausgabe, ließ sich leider nicht ermitteln.

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