Samstag, 9. Januar 2021

Alastair Reynolds - Himmelssturz

Alastair Reynolds ist ein Autor aus Wales und hat eine erklecklich Anzahl an Romanen veröffentlicht. Am Bekanntesten dürfte Unendlichkeit sein, sein Debütroman. Aber auch Chasm City, das eher wie ein Cyperpunk Roman daher kommt, ist ein Erfolg und kam bei den SF Lesern gut an. Während diese beiden Romane genau wie Aurora zum Revelation-Space-Zyklus gehören, ist Himmelssturz ein eigenständiger Roman, wobei  Alastair Reynolds immer auf gewisse Gemeinsamkeiten (z.B. Artefakte) zurückgreift.

Inhalt: Ihr Job ist eigentlich reine Routine: in den äußeren Bereichen des Sonnensystems die Meteoriten nach verborgenen Schätzen zu durchsuchen und diese zur Erde bringen. Doch als sie auf dem Saturnmond Janus auf ein außerirdisches Artefakt stoßen, beginnt für die Crew des Minenschiffs das Abenteuer ihres Lebens – denn dieses Artefakt ist in der Lage, die Raumzeit zu sprengen und das Universum, wie wir es kennen, völlig zu verändern.

Die Crew reist zu Janus, obwohl durch ein Unfall ihr Treibstoff knapp wird. Ihre Firma aber spielt alternative Daten in die Software und so scheint alles in Ordnung. Doch dieser Umstand führt spätestens als sie Janus erreichen zur Meuterei. Bella Lind, die Kommandantin, wird von ihrer besten Freundin abgesetzt und in der Folgezeit kommt es zum Krieg der beiden.

Janus selbst beschleunigt und im Schlepptau folgt die Rockhopper und sie verlassen das Sonnensystem. Immer schneller beschleunigt Janus, bis sie irgendwann an ihrem Ziel sind. Eine geheimnisvolle Struktur und was sie nicht wissen, sie bewegen sich jetzt noch mehr in Richtung Lichtgeschwindigkeit.

Der Rahmen des Romans, ein Mond, der in ein benachbartes Sonnensystem reist, eine Struktur, geschaffen von Außerirdischen mit Absichten, die verborgen bleiben, das ist beste und spannendste Space Opera. Leider passiert immer das, was die Geschichte weiter bringt. Ob es die Möglichkeit der Energieversorgung auf Janus ist oder das Eintreffen von außerirdischen Zivilisationen und Verjüngungskuren. Der Roman wirkt wie eine Sammlung von Deus Ex Machina.

Großen Wert liegt der Autor auf die Schilderung der Zivilisation, die sich durch die Rockhopper bildet. Zickenkrieg wäre der bessere Titel für den Roman. Es geht vor allem um zwei Menschen, die sich erst lieben, dann hassen, um am Ende wieder zueinander zu finden. Zwischendrin agieren sie äußerst unlogisch und emotional, man glaubt kaum, das die Protagonisten im Herzen Wissenschaftler sind.

Himmelssturz ist ein auf und ab. Zwischendurch wollte ich das Buch aus dem Fenster werfen, dann wieder liest man gefesselt. Aber 780 Seiten sind ein dickes Brett. Der Roman selbst gibt sich den Anschein, ein wissenschaftliches Fundament zu haben, wirkt aber oft wie rein Space Fantasy, wenn Möglichkeiten aus dem Nichts entstehen. Faszinierend ist es aber schon eine Reise vom Jahr 2057 erst in eine 5000 Jahre Zukunft zu unternehmen, dann sogar Millionen Jahre voraus zu reisen und immer wieder Nachrichten aus der zukünftigen Vergangenheit zu bekommen.

Insgesamt doch ein dickes Brett. Himmelssturz  ist auf jeden Fall ein Buch, das im Gedächtnis haften bleibt.

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