Mittwoch, 27. Mai 2020

Die Gebeine des PKD

Ein Haufen Geschichten haben sich im Laufe der Zeit angesammelt. Geschichten  verschiedenster Genres, verschiedenster Art. Zeit genug, die Geschichten Stück für Stück zu präsentieren:


Die Gebeine des PKD


Eine Geschichte aus dem Galactic Pot Healer. Es war die dritte Geschichte und erschien in der zweiten Anthologie von Ellen Norten, dort, wo auch die erste Geschichte zur Galactic Pot Healer veröffentlicht wurde.
Die Geschichte selbst handelt von K.K., der intergalaktischen Version des Gitarristen von Judas Priest, der auf Gestalten der deutschen Märchenwelt trifft und dabei Hilfe vom blonden Hans bekommt.


Leseprobe:
Das dämmrige Zwielicht wurde immer wieder vom Aufflackern des Bildschirms erhellt.
„Nein Ich werde nicht nach deiner Pfeife tanzen. Never!“
Schlanke weiße Finger huschten über die Tastatur, während die blauen Augen ärgerlich blitzten. KƱ±LL K+§sr±ƍ, besser bekannt als K.K., fixierte die bleiche Gestalt und wirbelte derweil das lange blonde Haar durch die abgestandene Luft, ein untrügliches Zeichen, dass er besonders erregt war.
„Wie ich bei unserer letzten Begegnung schon in epischer Breite philosophierte, ich, KƱ±LL K+§sr±ƍ, der individuellste aller männlichen Exemplare aus dem Volk der JUDAS, werde mir von keinem Weib, egal wie umwerfend bezaubernd oder geistreich sie ist, sagen lassen, was ich zu tun habe. Ich werde mich nicht im Entferntesten ihrer gottesgleichen Schönheit unterordnen und sie vor den Gesetzen des POP und ihrer Götter ehelichen. Selbst du, die bezauberndste, schönste und geistreichste POPERIN kannst nicht von mir verlangen, dass ich mein individuelles Sein deiner unbeschreiblich charmanten und einnehmenden Persönlichkeit unterordne.“
„Aber“, erklang es kurz von der honigsüßen Stimme im Bildschirm, bevor KƱ±LL K+§sr±ƍ, in Adrenalin badend, ihr entgegen schrie: „Nein! Nie! Never ever!“
Der Druck war weg. Er hatte sich Luft verschafft. Gefasst lehnte er sich zurück, bereitete sich auf den zwangsläufig folgenden Monolog vor, der wie einem generischen Drehbuch fogend, immer genau an dieser Stelle aus ihrem Munde hervorsprudelte wie eine unter hohem Druck stehende und leck geratene Wasserleitung.
Doch stattdessen wurde der Bildschirm schwarz, ihre süße Stimme verebbte abrupt während das Zwielicht erlosch, welches durch ein hektisch blinkendes rote Licht ersetzt wurde, das von einer durchdringenden Sirene flankiert wurde.
Red Alert, This house is a-rockin'!
Was im Gedenken an den heiligen John W. Campbell war hier los? Waren die Gesetze der Naturwissenschaft außer Kraft gesetzt worden? Oder stand die Rückkehr des legendären Robert A. Heinlein bevor und mit ihm der Tag der ungezügelten Entropie?
K.K. knöpfte sich nervös die Lederweste auf, ein Zeichen, dass er ernsthaft besorgt war. Eigentlich befand er sich auf dem Flug in das legendäre System PAINKILLER und pünktlich zum Höhepunkt von MADONNAs Ausführungen wäre er in den Überraum geschossen, hätte seiner gehörnten Braut die Rücklichter gezeigt und sich damit aller akuten Sorgen entledigt.
Unglücklicherweise war seine Planung obsolet. Wie ein Check der Systeme offenbarte, hing er in diesem trostlosen Sektor des weiten Raumes fest. Zehn Minuten unflätiges Fluchen und mehrmaligem Überprüfen aller Systeme musst er den Umstand anerkennen, dass ihm der Überraum im Moment verwehrt blieb. Immerhin schaffte er es den unerträglichen Roten Alarm und damit auch das furchtbare Geräusch abzustellen. Er checkt die Systeme und bekommt als Analyse, dass ein Elektro-Stochastischen-Impuls-Inverter den Antrieb seines Schiffes lahmgelegt hat. Ein Elektro-Stochastischen-Impuls-Inverter? Was zum Teufel sollte das sein?
Er recherchierte eine geschlagene halbe Stunde, doch außer diesem sperrigen Begriff warf die Bordintelligenz keinerlei Informationen aus. Er gab auf.
Mithilfe der Schiffssensoren erkundete er die Umgebung und stellte fest, es hätte schlimmer kommen können. Ein künstlicher Satellit umkreiste den vierten Planeten des Sonnensystems und war augenscheinlich bewohnt.
Der Anblick dieser Station ließ ihn kurz Innehalten und das nicht ohne Grund. Der Satellit sah ein wenig…anders aus. Nach Prüfung der Systeme stellte er fest, es würde kein Problem bereiten, ihn mit dem Notaggregat zu erreichen.
Ein wenig haderte er mit dem Umstand, dass seine Reiseplanung über den Haufen geworfen wurde. Aber nur kurz, dann siegte die Neugier Er beschloss dem seltsamen Gebilde seine Aufwartung zu machen. Und war gespannt was ihn erwartete.


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